Feeds:
Artikel
Kommentare

Der Stand der Dinge

Ich bin seit Anfang Juni wieder zurück und jetzt muss ich erst einmal endlich nachtragen, was ich „dort unten“ in Erfahrung gebracht habe.

Der Besuch bei einer der Agenturen war ein totaler Flop! Entweder ist diese Frau, mit der ich da gesprochen habe  irgendwie nicht ganz informiert oder etwas größenwahnsinnig. Das fing schon damit an, dass die Vermittlungsgebühr sage und schreibe 7000 RM betragen sollte! Donnerwetter, von was träumt sie nachts?

Damit war für mich das Thema eigentlich schon beendet, aber sie hat mich dann auch noch mit ein paar Falschinformationen entmutigt, wie gesagt, sonderbar. Sie hat steif und fest behauptet, ich müsste zusätzlich (!) zu dem verlangten Festgeld auf der Bank  (150.000 RM) noch ein monatliches Einkommen von, weiss ich jetzt nicht mehr, aber zumindest über 1000 Euro (!) nachweisen können, für das erste Jahr in dem ich an das Geld ja noch nicht ran kann. Danke und tschüss. Freundlich natürlich.

Dann war ich aber ein paar Tage später beim Zweigbüro des Ministry of Tourism Malaysia in Penang. Interessantes Büro im 56. Stockwerk vom KOMTAR mit einen genialen Ausblick! Der Mann war überaus freundlich und hatte Zeit. Und es stimmt alles so, wie es auf der Website vom MM2H steht, definitiv. Man kann das Visum direkt in KL beim Ministerium beantragen, ohne Agentur und das mit dem zusätzlichen monatlichen Einkommen ist Quatsch. Und: wahrscheinlich wird das Programm sogar noch dahingehend gelockert, dass man ein bisschen arbeiten darf!

Dazu passend die aktuellen Ankündigungen auf der Homepage:

Announcement 1
(Punkt 2 ist neu! Offenbar wurden mit diesen Agenturen doch nicht so gute Erfahrungen gemacht, bzw. diese waren natürlich nur auf die Kohle aus!)

1. Seit dem 9. Januar 2009 können sich Ausländer/innen direkt für die Teilnahme am MM2H-Programm bewerben oder sie können weiterhin die Leistungen einer MM2H-Agentur beanspruchen, die vom Ministerium für Tourismus zugelassen wurde.

2. Seit dem  9. Januar stellt das Ministerium für Tourismus, Malaysia, keine neuen Lizenzen für MM2H-Agenturen mehr aus.

Announcement 2

1. Qualifizierte Teilnehmer/innen am MM2H-Programm, die 50 Jahre oder älter sind sowie spezielle Fähigkeiten und Kenntnisse haben, welche in wirtschaftlich bedeutenden Sektoren erforderlich sind, dürfen in Malaysia arbeiten, jedoch nicht mehr als 20 Stunden pro Woche.

Die Genehmigung für Teilzeitarbeit ist abhängig von folgenden Bedingungen:

a) Die/der Teilnehmer/in wurde vom MM2H Special Committee anerkannt.
b) Der Arbeitsvertrag muss sowohl eine Erklärung, dass die/der MM2H-Teilnehmer/in in Teilzeit arbeitet, als auch den Arbeitsplan enthalten

c) Die Gesamtzahl der Wochenstunden überschreitet nicht 20.

 

2. Teilnehmer/innen am MM2H-Programm dürfen in Malaysia investieren sowie aktiv am Geschäftsleben teilnehmen,  abhängig von staatlichen Richtlinien, Regeln und Gesetzen, die im jeweiligen Sektor gelten.

3. Ausländische Eheparter/innen von malaysischen Staatsbürgern dürfen sich für das MM2H-Programm bewerben, abhängig von den geltenden Bedingungen des MM2H-Programms. Sie haben auch die Möglichkeit, sich für das Ehepartnerprogramm (Spouse Programme) zu bewerben.

4. Der zehn Jahre gültige Social Visit Pass wird erweitert auf alle Teilnehmer/innen am Silver-Hair- und MM2h-Programm, die vorher nur einen fünfjährigen Social Visit Pass besaßen. Dies ist abhängig von der Gültigkeit ihres Reisepasses.

5. Besitzer/innen einer Arbeitserlaubnis (Employment Pass), die am MM2H-Programm teilnehmen wollen, werden von der Übergangsfrist  („cooling off period“) unter der Bedingung freigestellt, dass ihre Bewerbung für das MM2H-Programm drei Monate vor Ablauf ihrer Arbeitserlaubnis eingereicht wird.

6. Personalausweise (ID cards) werden ausgestellt für alle Teilnehmer am MM2H-Programm mit ständigem Wohnsitz in Malaysia. Dieser wird durch Vorlage eines Kauf- oder Mietvertrags in Malaysia nachgewiesen.

7. Die Altersgrenze für unverheiratete Kinder wurde von 18 auf 21 Jahre angehoben. Eine schriftliche Erklärung der Hauptteilnehmerin/des Hauptteilnehmers ist erforderlich, die darlegt, dass das Kind unverheiratet ist und dass alle Ausgaben während des Aufenthalts in Malaysia von der Teilnehmerin/dem Teilnehmer getragen werden.

8. Der Begriff „Verwandte“ beinhaltet unverheiratete Kinder im Alter von 21 oder darunter, Stiefkinder, behinderte Kinder sowie  Eltern.

Soweit so gut. Das sind wirklich ganz neue Aspekte, bezüglich der Jobs vor allem. Das ist eine wirklich gute Nachricht!Und das Visum für 10 Jahre, vorher warens 5. Vielleicht wirds ja doch noch was mit mir als Fremdenführerin :-) Und was ich wahnsinnig gern machen würde: für den Penang Heritage Trust zu arbeiten, gern auch ehrenamtlich, oder Websites zu übersetzen, oder neue machen…  Ich sehe schon, ich muss wirklich richtig malaysisch sprechen lernen, nicht nur kauderwelschen, wie gut, dass ich mir nochmal ein neues Sprach-Lern-Buch gekauft habe! In Englisch bin ich ja gottseidank einigermassen fit.

Im übrigen habe ich relativ ernsthaft getestet, wie billig man wirklich leben kann und bin auf 300 Euro im Monat gekommen, habe mir aber abends auch mal Bier gegönnt, und das ist richtig teuer in Malaysia. Ansonsten braucht man wirklich verdammt wenig! Das Essen ist gerade in Penang extrem billig (dabei aber guut!) und auch das Wohnen ist erschwinglich, auf der Insel war es geradezu paradisisch, mit einer Hütte incl. Dusche und Toillette  für 15 RM, das wird aber wohl die Ausnahme sein. Normal sind so um die 30 am Strand, in der Stadt hatte ich in Penang ein Aircon-Room für 38, in Melaka ein Zimmer mit Balkon aber ohne Aircon und Badezimmer für32, aber da war ich auch nur 3 Tage lang. Wenn man länger bleibt, gehen die Preise normalerweise runter, man kann immer ganz gut verhandeln.

Was sich allerdings zerschlagen hat, war meine Hoffnung, dort erst mal eine mentale Starthilfe von meinem besagten Freund zu bekommen – und vieleicht auch etwas Trost angesichts meiner Lage. Aus irgendwelchen mir nicht bekannten Gründen hat er sich von mir distanziert,  ums mal vorsichtig auszudrücken, und das heisst: wenn ich gehe, bin ich definitiv ganz auf mich allein gestellt. Wunderbar. Noch ein paar Genickschläge bitte, kann ich gut ab im Moment.

Hier ist die Situation weiterhin miserabel, ich fühle mich nicht wohl, seit ich wieder zurück bin, ist die Stimmung gedrückt wie zuvor. Wenigstens ein kleines Highlight hatte ich beim heutigen Besuch beim Arbeitsamt, der Agentur natürlich. Ich bekomme wahrscheinlich ca. 100 Euro  mehr als erwartet und damit ist zumindest mein Überleben erst mal gesichert ohne dass ich allzuviel Geld von meinem Ersparten zufüttern muss. Hoffentlich! Der Bescheid müsste bald eintrudeln, dann weiss ich zumindest einigermassen, wie ich das nächste Jahr hier noch existieren kann. Also, nicht 100% positiv, das alles, aber vielleicht einigermassen realistisch, in einem Jahr dann „das Weite zu suchen“.

Der Countdown läuft

Noch zwei Wochen! Die Zeit vergeht wie im Fluge, sozusagen. Auch in der Realität vergeht die Zeit „im Fluge“ jedesmal schneller, wie ich finde. Der 12-Stunden-Flug kommt mir nach dem 10. oder 12. Mal garnicht mehr lang vor. Bekannte Wege muten einen irgendwie immer sehr viel kürzer an, als wenn man eine Strecke zum ersten Mal zurücklegt. Das ist leicht überprüfbar, wenn man zum Beispiel einen neuen Weg beim Spazierengehen oder in einer unbekannten Stadt erkundet: der Rückweg ist gefühlt viel kürzer.

Apropos fühlen: Ich kann schon fast fühlen und riechen, wie es sein wird, im KLIA anzukommen, und den ersten Abend in Penang zu verbringen . Andy wird wohl erst eine Woche später dazukommen, das Tauchgeschäft auf Pulau Weh läuft scheinbar unerwartet gut! Schön für ihn, das gönne ich ihm. Ich hab mir schon überlegt, was ich in der ersten Woche alles treibe, solange ich noch allein bin.  Es gibt in Penang immer noch einiges zu sehen, das ich noch nicht kenne. Und die ersten zwei Tage werde ich wahrscheinlich einfach nur relaxen, um den Jetlag loszuwerden. Mit dem Bus nach Batu Ferringhi rüberfahren, barfuss am Strand rumlaufen, sich den ersten Sonnenbrand abholen, frisches Obst essen, beim genialen Inder in Georgetown in „Little India“ zu abend essen, im „Biergarten“ vom „Blue Diamond“ ein paar Tiger-Beer schlürfen… ach ja! 

Hier habe ich inzwischen die Frage der Krankenversicherung entwirrt, was nicht ganz einfach war. Aber es scheint so zu klappen. Ich bin während meiner 2-monatigen Abwesenheit ja weder angestellt noch arbeitslos gemeldet, also im Prinzip nicht versichert. Aber ich habe seit vielen Jahren eine Auslandsversicherung (Debeka), die auch unabhängig von der gesetzlichen greift – da war ich mir eben nicht so sicher. Wurde mir aber nun bestätigt.

Es ging im Prinzip nun noch um den Fall der Fälle- was passiert, wenn ich mir hier, am 1. April auf dem Weg zum Flughafen zum Beispiel, das Bein breche. In Deutschland MUSS man versichert sein, also entweder gesetzlich über den Arbeitgeber oder freiwillig. Der Tag 0 , also der 1. April, wäre, laut meiner langjährigen DAK-Versicherung, sowieso der erste Tag, an dem ich mich dann freiwillig versichern müsste, und das ist dann egal, ob ich das in Frankfurt um 12 Uhr mittags am Flughafen mache oder hier vor Ort, für den Rückweg gilt das gleiche. Am 31 Mai komme ich wieder. Und sobald ich das Land verlassen habe, greift die andere. Klingt plausibel, ich hoffe natürlich, dass wie immer, garnichts passiert. Lobend muss ich hier explizit mal erwähnen, dass die Leute bei der DAK unglaublich freundlich und hilfsbereit sind. Selten heutzutage, wenn ich das so vergleiche mit meinem ganzen Zirkus mit dem Arbeistamt in letzter Zeit… (in Anbetracht der Tatsache, dass ich ja bis Ende März noch ganz regulär angestellt bin.)

Die Impferei ist auch erledigt. Die Hepatitis-Impfung hatte überhaupt keine Nebenwirkungen, weder irgendwelche Schlappheit noch Schmerzen im Arm, garnichts! Das Ergebnis des allgemeinen Check-Ups war auch auch sehr positiv, alles im grünen Bereich! Ich bin nach wie vor kerngesund – wunderbar! Kein Übergewicht, keinen hohen Blutdruck (das eine gibt ja das andere), keine irgendwie abnormen Werte – was bin ich doch glücklich!

Um noch etwas philosophische Gedanken einzubringen: was zum Teufel nützt einem ein Haufen Geld, wenn man krank ist?  Ich höre zur Zeit nur noch Schreckensmeldungen. Von meinen Eltern oder auch von Leuten, die noch gar nicht mal so betagt sind. Krebs, Schlaganfall, Alzheimer, Parkinson… War es das dann wert? Ein Leben für die Arbeit, für den vermeindlichen Wohlstand, um dann endlich, nach 65 Jahren das „richtige“ Leben anzugehen, obwohl man dann nicht mal mehr kriechen kann?

Ich fühle mich im Moment so wohl und eins mit mir selbst, das hat es lange nicht gegeben. Dieser ständige Zirkus in der Arbeit! Kopfschmerzen, Magenschmerzen, ständiger Durchfall (bei mir schlägt sich eine „Scheisssituation“ buchstäblich so nieder) schlaflose durchgeschwitzte Nächte, Angstzustände vor dem nächsten Tag, Alpträume..  Ich bedanke mich im Nachhinein noch ganz herzlich bei meinem Ex-Chef und der ganzen Institution.  Für Jahre, die ich mit Enthuiasmus gearbeitet habe, und die mir mit obigen Konsequenzen gedankt wurden. Da konnte ich am Ende grundsätzlich Sonntag Nacht nicht mehr schlafen, weil mir (unterbewusst, klar geworden ist mir das erst später) schon so gegraust hat, was Montag da wieder auf mich zukommen mochte. Am Anfang war das alles sehr in Ordnung. Ich habe meinen Job geliebt, und das sogar bis zum traurigen Ende, aber die äusseren Umstände waren ja am Ende wirklich nicht mehr tragbar. Ich hab diese ganzen „Unbefindlichkeiten“ oder das allgemeine „Unwohlsein“ ja immer auf die sogenanten Wechseljahre zurückgeführt. Schon sonderbar, dass die ganzen Symptome weg sind, seit ich dieser Maschinerie fern bin.

Da gibt es also zwei Möglichkeiten: Du spielst das Spiel mit, sofern du es aushältst, oder du gehst. Ich ziehe letzteres vor. Ich mache einiges mit, aber ich lasse mich grundsätzlich nicht völlig verbiegen oder gar brechen, irgendwo ist dann Schluss.  Also, auf zu neuen Ufern!

Hoho! Grad les ich folgendes auf der Homepage von Malaysia My Second Home:

Ankündigung:  Seit dem 9. Januar 2009 können sich Ausländer/innen entweder direkt für das MM2H-Programm bewerben oder weiterhin die Dienstleistung einer durch das Tourismusministerium von Malaysia zugelassenen MM2H-Agentur in Anspruch nehmen.

Schau an, das ändert das Prozedere natürlich etwas. Ich werde mich in Penang trotzdem erstmal umhören. Und dann in Kuala Lumpur eventuell persönlich hingehen zum

MALAYSIA MY SECOND HOME CENTRE (MM2H)
Ministry of Tourism Malaysia,
Level 23, Menara Dato’ Onn,
Putra World Trade Centre,
50695 Kuala Lumpur, MALAYSIA

Phone:
+603 2696 3367
+603 2696 3354
+603 2696 3361
+603 2696 3351
+603.2696 3366  
Fax: +603 2698 8533
email: info@mm2h.gov.my

Operating Hours
MONDAY – THURSDAY
7.30am – 1pm | 2pm – 5.30pm
Lunch 1pm – 2pm
FRIDAY Operating Hours
7.30am – 12.15pm | 2.45pm – 5.30pm
Lunch 12.15pm – 2.45pm
SATURDAY, SUNDAY & PUBLIC HOLIDAY Closed.

Ok., das ist Dank Google Maps auch zu finden:

pudu_pwtc_map

Man kann auch mit dem RapidKL fahren, oder, noch besser, sich in einem etwas gehobeneren Hotel in der Nähe für eine Nacht einmieten. Man soll ja bei Behörden ganz proper erscheinen, also am besten frisch geduscht und mit Kleid oder Kostümchen. Mal sehen, was wir da finden. Das wäre natürlich dämlich, wenn man dann im „Pudu Hostel“ (unsere berühmte „Absteige“ heisst jetzt offensichtlich „New Pudu Backpackers“), wohnt, und dann wieder mal für zwei Tage kein Wasser aus der Dusche kommt.  Ich erinnere mich mit einem großen Grinsen (im Nachhinein!) an einen gewissen Silvesterabend…

In Penang hat das Tourismus-Ministerium auch eine Vertretung, und zwar hier (im Komtar, klar, wo sonst?):

General Manager Penang
Tourism Action Council
Aras 56, Menara KOMTAR
10000 Pulau Pinang
Pulau Pinang
Phone: 04-262 0202
Fax: 04-263 1020
Mail: mtpnpenang@motour.gov.my

Was immer noch nicht funktioniert, ist das Ausdrucken der Formulare auf der deutschen Variante der MM2H-Homepage.  ABER: auf der englischen Version geht es! Die Formulare sind sowieso auf malaysisch/englisch.

So kann man sie sich vorher mal genauer ansehen und weiss, was an Unterlagen erforderlich ist.

Ältere Artikel »