Tioman

So, und jetzt kommen wir mal zur Sache – ich hab mich lange genug gedrückt. Warum ich so lange nichts geschrieben habe, warum ich auf Tioman nicht mehr leben kann, bzw. will … Der letzte Beitrag hier im Blog kam aus Pai (Nord-Thailand) über das Loi Krathong Fest. Da war ich noch glücklich. Kurz vor meiner Abreise zurück nach Malaysia dann über Facebook die Nachricht, von Wendy, dass alle unsere Katzen weg wären. Eine action, ich kann im Moment leider auf FB nicht zurück blättern auf ältere Beiträge, warum auch immer, sonst hätte ich noch den genauen Ablauf. Jedenfalls bin ich über Penang gereist und hab mir dort im Guesthouse die Augen ausgeheult, kann mich noch gut erinnern, weil mein Nachbar Dion, den ich auch schon seit Jahren kannte, ganz besorgt war, und mir ständig Zigaretten oder ein Bier angeboten hat. Es war irgendwie klar wer die Katzen da bei der Tauchschule eingesackt und weggebracht hatte. Nachbarn mit deren Kindern ich gespielt hatte, die damals so begeistert waren über die schwarzen Katzenbabies, und immer gefragt hatten, ob sie die „hitam“, die schwarzen, sehen könnten. Die sind jetzt auch schon groß die beiden. Der Typ der da gemeint hat, mal aufräumen zu müssen war quasi der ehemalige Bürgermeister und hatte da natürlich was zu melden. Die Tauchschule stand praktisch auf einem Grundstück von ihm, und das hat ihm dann das Recht gegeben, die Katzen zu entfernen, weil die da überall in den Sand scheißen. Lieber Gott, seine Enkelkinder tun das wahrscheinlich auch. Die Kiddies waren wirklich süß wie sie noch klein waren, wir haben uns alle möglichen Spiele ausgedacht, aber sobald sie in die Schule gingen, hat man ihnen schon eingebläut, dass man sich von den Ungläubigen fernhält. Der Junge hat mich sogar mal angespuckt, das hat ihm aber auch ein Erwachsener beigebracht, Kinder tun sowas eigentlich nicht von sich aus.Nachbarskinder

Die Nili mit ihrem weißen Zeh, der letzte Überlebende, Mee, hatte den auch. Die Nili war etwas ganz besonderes, sie war eigentlich eine wilde, und es hat tatsächlich Jahre gedauert, bis sie mir vertraut hat, dann aber völlig. Den letzten Wurf hat sie in meiner Hütte zur Welt gebracht, in dem alten grünen Koffer. Wenn ich daran denke kommen mir jetzt noch die Tränen.

Die drei Blackies, Nili mit Dickie und Nicki

Ich war ja überzeugt sie hätten alle einfach ersäuft. Es kam dann über die Gerüchteküche raus, dass die Katzen vielleicht auch nur ausgesetzt wurden, es gibt da so eine Art Auffangstation, bei einem der großen Hotels. Für „Weiße“ ist angeblich betreten verboten, auch so ein Quatsch, der einfach nicht stimmt. Wendy, die ja Chinesin ist (die sind in Malaysia an der Ostküste besonders beliebt, genauso wie Inder, drum gibts auch nirgends was anständiges zu Essen) hat sich wohl mit Hilfe von Wasabi (Spitzname eines begnadeten einheimischen Gitarristen) Zutritt verschafft, aber in dem Katzenknast wurde nur ein einziger Kandidat aufgefunden, mein kleiner Mee, der letzte Sohn von meiner geliebten Nili. Sie haben ihn befreit und bei Kojek untergebracht der ihn versorgt hat bis ich ein paar Tage später ankam. Leider ist auch Mee sehr jung gestorben, er ist nicht mal drei Jahre alt geworden. Das war eigentlich der Anfang vom Ende. Ohne die Katzen war nichts mehr wie es war. Ich würde mal behaupten dass W. und S. einen gehörigen Dachschaden haben. Selber kinderlos und anscheinend auf Ersatz aus. Alle Katzen gehören ihnen, alle werden zwangssterilisiert. Ohne die Besitzer zu fragen.

Auf Tioman ist es gang und gäbe, mal etwas „auszumisten“ wenn die Katzen überhand nehmen. Umbringen oder ersäufen tun sie die wirklich nicht, das wäre für einen Moslem eine Sünde. Sie werden in einen großen Sack gesteckt und irgendwo ausgesetzt, wo sie dann wahrscheinlich eh zugrunde gehen. Das ist dann keine Sünde. Meine Katzen waren zur falschen Zeit am falschen Platz, sozusagen, es haben sich ja alle Katzen der gesamten Nachbarschaft bei der Tauchschule eingefunden, weil sie da gefüttert wurden, und meine leider auch, weil ich nicht da war. Kojek hat die auch gefüttert er ist immer angeln gegangen und hat ihnen dann kleine Fische gebracht. Was S und W da abziehen ist nicht mehr schön, hätten sie nicht alle Katzen gefüttert, selbst die, die ein Zuhause hatten, wäre das wohl nicht so aus dem Ruder gelaufen. Ein trauriges Kapitel. Eine der schönsten war Mimi. Allein bei dem Anblick fließen schon wieder die Tränen. Mimi wurde auch „entsorgt“ und von Tauchern glücklicherweise aus dem Meer gefischt. Das stelle man sich mal vor. Gott war die schön. Und dann kommt so ein Idiot und … Mimi hatte ein verenktes Beinchen und ich hatte sie mehrmals zum Tierarzt gebracht und quasi ständig am Körper, sie war ja noch so klein. Und Rotz und Wasser fliessen schon wieder. Es gibt tatsächlich einen phantastischen Tierarzt auf Tioman, ein herzensguter Mensch! Was ich dem alles „aufgetischt“ habe in all den Jahren. Sei gesegnet du guter Mensch.

Mimi

Die ganzen anderen Umstände auf Tioman haben sich auch nicht verbessert. Dazu kam, dass sich die Preise in die Höhe geschraubt haben, bis letztes Jahr dann das Limit erreicht war. 2010 hatte ich noch 15 RM für die Hütte bezahlt, 2017 waren wir dann bei 50. Für eine Bruchbude voller Schimmel, an der seit Jahren nichts gemacht wurde. Nicht mal die zusammengebrochenen Treppenstufen zur Veranda hoch. Überall Wasserflecken an der Decke, alles voll Schimmel, nackte Glühbirne an der Decke usw. Meine eigenen „Verschönerungsversuche“ waren jedesmal zum Scheitern verurteilt, weil alles immer verschwunden war, wenn ich mal länger als paar Tage weg war. Selbstgenähte Vorhänge, Kissen, Decken, Geschirr, Kühltasche, alles war weg, wenn ich dann wieder gekommen bin. Es hat dann immer geheißen, ach wir dachten du brauchst das nicht mehr. Porzellan Teekanne und Tassen. Super schöne Kissen. usw. usf. Im Nachhinein denke ich, die haben das alles eingesackt. Die Alte vom K. war sowieso extrem, ich durfte am Ende nicht mal mehr Blumentöpfe um die Hütte rum aufstellen. Alles Müll. Don’t put rubbish here! Eine Stimme wie beim Militär. Einmal hat sie mich angeherrscht ich sollte gefälligst die Kippen aufklauben, die da rumlagen, da hatte ich schon lange aufgehört zu rauchen. Der Tonfall der Dame war unter aller Kanone, und wurde jedes Jahr schlimmer. Vielleicht hat ihr mal ein wohlgesonnener Nachbar gesteckt, dass K. mich einmal nächtens besucht hat (selbstverständlich vergebens), nur mit einem Handtuch um die fette Hüfte geschlungen, da war er aber so besoffen dass er kaum noch stehen konnte. Ich weiss auch wie sich das Ganze entwickelt hatte, denn auf Tioman gibt es keine Geheimnisse. Die Alte verbringt ja jedes Jahr mehrere Monate in Hongkong, wo sie herkommt und eigentlich auch hingehört. Der K. hat sich in der Bar zugeknallt und die haben ihm dann eingeredet, dass er mich doch mal „besuchen“ sollte, ich einsam und unbemannt und er so ganz ohne Eheweib…  Es war ja eher lustig und er hat sehr schnell eingesehen dass da nix geht, aber wer weiss was die Einheimischen erzählen. Schnee von gestern, das war überhaupt kein Drama, er hat sich am nächsten Tag entschuldigt, sichtlich betreten und ich hab gesagt, Schwamm drüber, vergisss es einfach, wir sind erwachsen, und das wars dann auch. Mit ihm hatte ich eh nie Probleme. Den Verlust der Katzen, vor allem von Mimi und Nili hab ich allerdings nie verkraftet. Nili, die Schwarze, habe ich nach Jahren tatsächlich wieder gefunden, in Tekek, aber da es ihr dort gut ging, wo sie gelandet war, hab ich sie auch da gelassen, sie hat genug mit gemacht. Es hat sich dann herausgestellt, dass eine vermeintliche einheimische „Freundin“ gewusst hat, dass die Katzen noch leben, es mir aber nie gesagt hat, dass sie quasi „nur“ verschleppt wurden, aber nicht ersäuft. Sehr nett, bin immer noch dankbar. Ich heule mir die Augen aus und keiner der Idioten hält es für nötig mir irgendwas zu sagen. Hätte ich das gewusst, hätte ich jede einzelne gesucht und kilometerweit in meinen Armen nach Hause getragen.

Die häusliche Situation war also schon rapide auf dem Weg bergab. Das ganze Tioman auch. Gefühlt jeden Tag eine neue Baustelle. Jede Menge illegale Baustellen, am Strand, weil inzwischen jeder Depp mit drei Hütten ein eigenes Restaurant haben muss. Dass dann den selben armseligen Fraß anbietet wie alle anderen auch. Fried rice und fried noodles. Die Anzahl der Tauchschulen hat sich seit 2004 verdreifacht. Nach der Schließung des Flughafens kommen aber immer weniger Leute, zumal die reiche Kundschaft aus Singapore, denn für ein Wochenende lohnt sich das nicht mehr mit der Anreise über Land und per Fähre. Da ist man länger unterwegs als auf der Insel.

Das sind keine Freudenfeuer, da wird der alltägliche Müll verbrannt. Wäscht du deine Klamotten selber, kannst du nur staunen über die schwarze Brühe, die da rauskommt. Es wird überall Müll verbrannt dass es nur so kracht – oder raucht – und deswegen sieht man auf Tioman auch nie einen Sternenhimmel, weil die Luft viel zu dreckig ist.

muell

Ich hab viele Fotos gemacht aber mich kaum getraut sie zu veröffentlichen. So schauts da aus. Die Fotos von den wilden Mülldeponien find ich grad nicht. Vielleicht auch gut so, mir ist schon schlecht genug. Da ist direkt daneben ein Restaurant! Vielleicht müssen die sich 5mal am Tag waschen, weil sie so gerne im eigenen Dreck leben.

water

Anderes Kapitel: Singapore war dann auch bei mir das nächste gravierende Problem. Von 0 auf 100 sozusagen haben sie die „Visaruns“ verboten. Dabei bin ich NIE über die Grenze und gleich wieder zurück. Ich bin immer ein paar Tage (manchmal sogar eine Woche oder länger) in Singapore geblieben, weil ich die Stadt sehr liebe und ich da auch so ein nettes Guesthouse gefunden hatte, wo man mich jedesmal wie ein Familienmitglied empfangen hat. Ich wurde von bewaffneten (!) Grenzern zu einem Interview befördert, wo mir kein Mensch zuhörte, der Blick auf mein Gegenüber war eh durch einen riesigen Computermonitor verstellt. Ein Witz das Ganze. Schließlich wurde ich dann abgewiesen und zurück nach Malaysia verfrachtet. Singapore erlaubt keinen Missbrauch ihres schönen Staates für Visaruns … Das ist ihnen aber früh eingefallen. Die Malaysier hatten natürlich keine andere Wahl, als mich ebenfalls raus zu werfen, da ich ja das Land praktisch nicht verlassen hatte. Kulanterweise haben sie mir aber noch ein paar Tage drauf gelegt und ich konnte zurück nach Tioman und meine 70000 Sachen packen. Auch wurde mir nahegelegt, nach Deutschland zu fliegen, aber dann doch erlaubt, nach Thailand zu reisen. Gott im Himmel, ich war glaub ich die ganzen 3 Tage die mir noch blieben, betrunken. Trotz aller Widrigkeiten war das schließlich mein „Zuhause“.

Ich bin dann erst einmal nach Chiang Mai geflogen und von dort mehr oder weniger zufällig nach Laos gefahren, mit dem Boot auf dem Mekong – wenigstens das war es wert.

Ich konnte dann auch wieder zurück nach Malaysia, aber die Situation auf Tioman wurde immer übler. Mal spielte die „Religionspolizei“ verrückt und hat über Nacht alle Bars zugesperrt und Alkoholverbot verhängt. Gute Idee auf einer Duty Free Insel. Die schöne Sunset Bar von Anita ist seitdem „alkoholfrei“, was haben wir da die tollen Mojitos genossen, oder eben auch ein gepflegtes Bierchen zu der ausgesprochen guten Pizza die sie macht – echter italienischer Pizza Ofen!

Die  Baustellen wurden immer mehr und der Lärm und Dreck auch. Wo früher (so vor 10 Jahren) jede Familie vielleicht 1 Moped hatte, hatte nun jedes Familienmitglied eins. Die Malayen laufen ja nicht, wenn sie nicht gezwungen sind, drum sind sie auch so fett. Jedes Schulkind wird jeden Tag von ABC nach Tekek zur Schule gefahren. Früher war das Laufen ja auch etwas beschwerlich weil man ungefähr 30 Stufen eine Treppe hoch musste, ein bisschen durch den Dschungel (Achtung: Affen Attacken) und drüben wieder runter. Inzwischen haben sie einen Weg um die Felsnase herum gebaut, die Baustelle hat Nazris Strand dann endgültig verschandelt. Dafür hatte er aber vorher schon selber gesorgt, indem er sein altes Restaurant abgerissen hat und ein neues hingestellt, das mindestens vier mal so groß ist. Und fast immer leer. Das kleine Korallen-Riff direkt vor seinem Strand, das früher sogar „eingezäunt“ war, gibt es schon lange nicht mehr. Alles hin.

Vor drei (?) Jahren haben sie angefangen, eine neue Jetty (Fähranleger) zu bauen. Das hat dann auch gleich der Ketapang Roof Bar den ultimativen Garaus gemacht, der schon eingeläutet wurde durch ein Alkoholverbot – siehe oben. Ich glaube zur Zeit gibt es nur noch eine anständige Bar in der ABC Bucht, die Hello Bar, das war witzigerweise früher auch die einzige! Was hatten wir Spaß vor Jahren, und nun ist alles hinüber.

Die Tauchschulen haben zum Teil ihre „privaten“ Bars, aber für Nicht-Taucher ist das kein Spaß. Taucher reden ausschließlich übers Tauchen und das auch nur mit anderen Tauchern. Da kommst du dir aber sowas von überflüssig vor. Ich bin zwar Biologin und kenne quasi jeden einzelnen Fisch beim Vornamen, aber das zählt nicht.

Damit kommen wir zum nächsten Punkt. Da der ohnehin nicht so tolle Strand mittlerweile fast komplett ruiniert ist, kommen eigentlich nur noch Taucher nach Tioman. Der Strand besteht größtenteils aus Korallenschrott, und ist komplett verpestet mit sandflies. Ich kann mir das kaum erklären, warum die so überhand genommen haben, ich habe in meinen goldenen Tagen auf Tioman wirklich am Strand „gelebt“, aber irgendwann war Schluß. Die Stiche der winzig kleinen Mücken sind schmerzhaft und wehe dem, der kratzt. Die Stellen jucken unerträglich und bleiben tagelang bestehen. Wer sich (absichtlich oder auch nicht) aufkratzt kann sich eine Infektion zuziehen, die er/sie so schnell nicht mehr los bekommt. Es gibt überall Unmengen von Fliegen, die sich nur allzu gerne auf Wunden niederlassen, und wegen der vielen Katzen (und der entsprechend vielen Katzenscheisse im Sand)  entzündet sich eine kleinste Wunde und entwickelt sich zu einem großen Problem. Ich habe Leute gesehen mit regelrechten Geschwüren an Beinen und Armen.

Da kommen wir gleich zum nächsten Thema: Krankenhaus. Auf Tioman gibt es in Tekek eine „Klinik“, was aber eher mit einer Notfallambulanz zu vergleichen ist. Kein Zahnarzt, kein Röntgengerät. Passiert ein Unfall oder wird man richtig krank gibt es nur den Weg auf das Festland, und in Mersing wäre ich ehrlich gesagt im Ernstfall auch nicht ins Krankenhaus gegangen. Die Ärzte in der Klinik sind sehr großzügig, was Medikamente angeht und es ist auch nicht teuer, um die 15 € mit Untersuchung und entsprechenden Tabletten. Gutes Englisch, was in Malaysia eigentlich eh gang und gäbe ist. Aber mit einer Zahnwurzelentzündung oder einer angebrochenen Schulter können sie leider nichts anfangen.

Letztes Jahr hat Malaysia es dann wirklich auf den Gipfel getrieben, mit einer neuen Steuer.  Kein Wunder bei der extrem korrupten Regierung, dass sie nach neuen Geldquellen suchen.

Bei elf Millionen Hotelzimmern in Malaysia rechnet die malaysische Regierung, bei einer Auslastung von 60 Prozent, mit einem Einnahmepotenzial von rund 654,6 Millionen Ringgit (rund 147,3 Millionen Franken). Das Geld soll in die Weiterentwicklung der touristischen Infrastruktur fliessen sowie zum Schutz der Natur und Kultur verwendet werden.

 

HAHA, dass ich nicht lache! Das Geld fließt (oder floss)  natürlich in die Taschen von …

Najib

Ich war recht glücklich über den kürzlichen Regierungswechsel, aber der gute alte Dr. M. ist eben leider genau das, er ist alt. Wäre er 25 Jahre jünger, ginge es sicher wieder bergauf mit Malaysia. Aber was der andere da angerichtet hat, kann man wohl in ein paar Jahren nicht richten. Den Schnuller hätte man ihm schon vor Jahren ins Maul stecken sollen, und nicht nur auf dem Wahlplakat. Aber der Malaye betet ja lieber als irgend etwas zu unternehmen. Allah wirds schon richten. In dem Fall hat er wohl beide Augen fest zu gedrückt.

Bin ich jetzt fertig? Nein, noch lange nicht aber ich muss eine Pause einlegen sonst steigt der Frust ins Unermessliche.

 

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Nudelsuppe – Pho

Ich habe herzlich gelacht über diesen Song, sehr ironisch. Joes Cafe ist eine wunderbare Bar und sehr angesagte location hier in Mui Ne.

Pho wird ausgesprochen wie die erste Silbe in „Faux.pas“ oder, noch besser „for.get it“ ;)

Der Hype mit den angeblich besten Nudelsuppen der Welt geistert ja durch alle Reiseführer und Travel-Blogs. Da lese ich zum Teil so haarsträubende Aussagen wie: allein wegen der Nudelsuppen lohnt sich eine Reise nach Vietnam. Klar. Wer wegen einer Nudelsuppe nach Vietnam fliegt, dem gehört es dann nicht anders.

Ich habe in allen anderen Ländern, die ich in SO-Asien bereist habe, mindestens genauso gute, meistens aber bessere Suppen gegessen. Selbst in Malaysia, und das will was heißen.

Aber fangen wir mit Indonesien an. Bakso, eine Suppe mit Fleischbällchen, meistens Bakso Ayam, also Hühnchenfleisch. Kann aber auch mit Fisch- oder Rindfleischklößchen zubereitet werden. Köstlich und mit Kecap Manis (süße schwarze Sojasoße) und ein wenig Sambal (scharfe Chillisoße) zu verfeinern.

bakso

Der (oder einer der) Gipfel aller Suppen war aber für mich schon immer die Bihun Suppe, auf Indonesisch Soto Bihun Iga, ist eine kräftige, eher dickflüssige Nudelsuppe auf Hühnerfond Basis. Mit Gemüse (Karotte, Zwiebel, Paprika, Bambussprossen und Pilzen), Zitronengras und zartem Hühnchenfleisch. Da schmeckt die Bihun-Suppe aus der Dose, die man auch in D gerne isst, noch besser als hier so manche Pho.

bihun

Thailand: Die thailändische „simple“ Nudelsuppe (Reisnudeln) wird mit Koriander, gehackten Erdnüssen, frittiertem Knoblauch, Limettenscheiben und Chili garniert.
Tom Yam ist eins der weltweit bekanntesten Gerichte Thailands. Die scharfe Suppe mit leicht säuerlicher Note erhält durch Galgant, Ingwer, Zitronengras, Limettenblätter und frischen Koriander ihren typisch würzigen Geschmack. Es gibt sie in Varianten von vegetarisch, mit Huhn oder mit Krabben. Die Kombination von scharfem Chili und saurem Limettensaft macht sie unvergleichlich. Im Unterschied zu Tom Kha Gai, einer weiteren thailändischen Suppe, enthält sie meist keine oder nur minimal Kokosmilch. Letztere ist mein absolter Favorit in Thailand. In Chiang Mai hab ich die Hühnchen-Kokos-Suppe manchmal schon zum Frühstück gegessen. Und was in Thailand 30 Cent kostet, kostet in Vietnam 1 €. Kao Soi ist auch eine meiner Lieblingssuppen, aber nicht für den „täglichen Verbrauch“ geeignet, sonst hätte ich schon 10 kg zugelegt.

Kaosoi

Malaysia: Penang Laksa (auch in Singapore ist Laksa sehr beliebt). Die kommt mit dicken Reisnudeln und Chilipaste, sowie in feine Streifen geschnittene Ananas, Gurken, Zwiebeln und Ingwerblüten sowie ganzen Minzblättern auf den Tisch.

Laksa

Und jetzt erzähl mir nochmal jemand was über Pho mit generell faserigem, zähen Fleisch als Einlage. Das erklärt auch, warum die Vietnamesen sich nach dem Essen mit Hingabe mit Zahnstochern in den Zähnen rumpfrimeln.  Das beste war immer noch der Salat, den ich in Hanoi dazu bekam, und auch nur dort.

 

Erdnüsse – oder: wird man in Vietnam immer und überall beschissen?

Jein, nicht immer und überall, aber sehr gerne und immer öfter, habe ich so den Eindruck. Man könnte es auch etwas dezenter ausdrücken: es wird sich die Unwissenheit, Faulheit oder Gier der Touris zu Nutze gemacht. Gestern hat es mich auch wieder erwischt.
Erdnüsse. Seit dem genialen Supermarkt in Hai Phong lechze ich ständig nach diesen köstlichen frisch gerösteten Erdnüssen (Dau Phong Muoi). Ein Beutel (handverpackt) mit 300g hat da 30.000 Dong gekostet, etwas über 1 €, das ist ein guter Preis. In Da Nang gab es die überhaupt nicht, ich erinnere an den Supermarkt-Trip extra wegen der Erdnüsse ;) In Hoi An waren sie dann wieder an jeder Straßenecke und bei den fliegenden Händlern zu bekommen. Gleiche Größe, gleicher Preis. Nach Nha Trang hatte ich mir schlauerweise welche mitgenommen, aber hier stand ich mal wieder auf dem Schlauch. Vorgestern dann endlich fündig geworden, 200g für 18.000 sehr gut! Haben aber nicht lange gehalten, die ersetzen bei mir manchmal das Abendessen wenn ich schon mittag etwas Handfestes gegessen hab. Ich wollte einen Film-Abend einlegen, Bier war schon vorhanden – zu den Bierpreisen komme ich auch gleich noch – aber keine Erdnüsse.

Ich konnte nicht anders, ich bin im Dunklen und leichtem Nieselregen nochmal los gelaufen (dunkel ist es hier schon um 19:00 Uhr, also nichts „gefährliches“), der Laden war dann doch weiter weg als in meiner Erinnerung, bestimmt einen Kilometer die Strasse lang. Mopeds und Autos rasten wie üblich rücksichtslos durch die Pfützen – was solls, den Dreck kann man abwaschen von den vollgespritzten Beinen, solange mich keiner umfährt…

Der Laden hatte aber leider keine Nüsse mehr, ausverkauft. Ich hab noch zwei weitere Flaschen Bier gekauft. Das billigste ist meistens das in der Mitte stehende grüne Bier Saigon. Die Preise für die Flasche schwanken aber auch ganz beträchtlich, im Laden von 10 – 25.000 Dong!

Im Restaurant von 10 bis über 70.000 je nach Preisniveau des Lokals.

Bia

Auf dem Rückweg hab ich auf der gegenüber liegenden Straßenseite in einen weiteren Laden geguckt. Ha! Erdnüssse! Aber die gleiche Menge hat statt 18 nun 30k Dong gekostet. Nicht ausgepreist natürlich. Und natürlich keinerlei Verhandlung möglich (Grüße an alle Reiseführer von wegen „hart verhandeln“ …) Meine Gier hat mich dann übermannt und ich hab zähneknirschend einen Beutel gekauft. Dass wir uns nicht falsch verstehen, mir geht es nicht um 50 Cent hin oder her, mir geht es ums Prinzip. Gaudi halber in den nächsten Laden auch noch geschaut: Gleicher Beutel für 20.000 – da hatte ich dann genug für den Abend. Zumal ich zu Hause feststellen musste, dass sie keineswegs frisch waren sondern schon etwas ranzig. Mich ärgert das einfach. Aber eigentlich ärgere ich mich dann mehr über mich selber. Es ist schließlich meine freie Entscheidung, ob ich kaufe oder nicht. In dem Fall war es Gier und Faulheit, aber wer klappert schon gerne nachts im Regen zehn verschiedene Läden ab….

Die Gier macht man sich auch mit diversen Sonderangeboten, Laden Räumungspreisen, und Happy Hour, buy/drink 2 get 1 free und ähnlichem zunutze. In diesen Touri-Hochburgen gibt es ja Alkohol in Hülle und Fülle. Hier in Mui Ne gibt es zum Beispiel in vielen Bars tolle Cocktails zu vernünftigen Preisen. Und Angebote wie drink 2 get 1 free  -pro Person wohl bemerkt! Zu dritt da aufkreuzen und für jeden ein Glas geht nicht :). Die Frage ist nur, lohnt sich das? Wenn ich mir sowieso die Kante geben will und es vertragen kann – ja. Wenn ich eigentlich nur einen Cocktail trinken will, und nach dreien nicht mehr laufen mag oder kann und dann mit dem Taxi nach Hause fahren muss, das wahrscheinlich auch gut drauf schlägt  in der Nacht – sicher nicht. Inwiefern die Getränke gepanscht sind, kann ich nicht beurteilen, ich habe mich bisher in Vietnam strikt ans Bier gehalten.

Mit der Unwissenheit ist das eine andere Sache. Man weiß nicht was drin ist, wie viel drin ist und wie viel man bekommt, das betrifft vor allem das Essen. Vorgestern zum Beispiel hat es mich nach Quakamole gelüstet (natürlich heisst es Guacamole, das mit der Quaka war ein running joke zwischen Andy und mir vor langer Zeit).

quaka In einem etwas von der Strasse zurück gesetzten Restaurant bin ich fündig geworden. Bier 19k klang auch gut, die Quaka 65k. Auf die Terrasse gesetzt und bestellt. Das Bier kam ohne Glas, und zwei Minuten später die „frisch zubereitete“ Avocadocreme. Eiskalt aus dem Kühlschrank, völlig Geschmacks neutral und ungefähr zwei Esslöffel davon, Besteck gab es allerdings auch nicht. Sowas frustriert mich. Ich nenne jetzt keinen Namen, das Bier war immerhin billig und vielleicht sind die anderen Sachen ja besser.

Ganz anders der nächste Fall: da nenne ich gerne den Namen und da geh ich auch gerne nochmal hin! Das El Latino ist absolut super! Hier noch ein anderer Link, falls der erste nicht funktionieren sollte. Das Essen ist klasse und in ausreichender Menge, das Ambiente phantastisch im wahrsten Sinne des Wortes ;) freundliche Bedienung, gute Musik und gute Preise.  Arriba arriba! Apropos Musik, passend dazu: