Mount Phousi

Der „Berg“ Phousi  (130 Meter Höhe) mitten in der Altstadt gelegen und über ca. 330 Stufen zu erklimmen, topographischer Akzent und spirituelles Zentrum gegenüber dem Königspalast, bietet eine einzigartige Aussicht auf das gesamte Stadtgebiet, die beiden Flüsse Mekong und Nam Khan  sowie die bewaldete Berglandschaft der Umgebung.

stepsPhousi

Der Aussichtspunkt ist extrem beliebt bei allen Touristen die noch irgendwie in der Lage sind, die Treppen hoch zu steigen – ich schaff es grad noch mit knapper Müh und Not – mit dem Nachteil dass zum Sonnenuntergang kein cm² Stehplatz übrig bleibt, von wo aus man noch Fotos machen könnte. Das Gerangel ist nerviger denn je, seit die Chinesen „Freigang“ haben und nun große Reisegruppen ganz Süd-Ost-Asien unsicher machen. Die Leute benehmen sich zum Teil extrem Rüpelhaft, da komm ich auch beim Thema „Almosen Zeremonie“ nochmal drauf zurück. Der Sonnenaufgang bietet sich natürlich genauso an, dafür muss man aber ganz tapfer sein. Gestern zum Beispiel wäre ich früh um fünf schon wach gewesen, aber das Wetter spielt grad nicht mit.

 

 

Im Februar letzten Jahres war ich da oben und es war schon bemerkenswert, trotz der vielen Leute.

MPKhan
Blick in Richtung Nam Khan
MPMekong
Blick zum Mekong

Warum ich gerade heute drauf komme? Es regnet in Strömen und wenn der Regen vorbei ist, heute Abend oder morgen früh, wird die Luft rein gewaschen und unendlich klar sein. Hier gibt es weder großartigen Verkehr noch irgendeine Industrie. Das einzige was die Sicht trübt ist Staub, Rauch und Nebel. Nach einem ausgiebigen Regen ist die Sicht perfekt. Der Mond ist zur Zeit sichelförmig, zunehmend, aber trotzdem kann man den ganzen Mond erkennen und natürlich einen tollen Sternenhimmel sehen. Meine kleine primitiv Kamera ist für solche Aufnahmen leider nicht zu gebrauchen, aber irgendwo ruhig hinsetzen und gucken ist schön genug. Beim letzten Vollmond hab ich mein Glück nochmal versucht, aber leider vergebens. Nun, Fotos gibt es inzwischen wie Sand am Meer. Das Vollmond Foto hier zum Beispiel. Der Artikel in dem Blog ist auch sehr schön geschrieben.

LPBMoon

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Filmfestival Luang Prabang

Das Open Air Kino in der Altstadt ist leider ins Wasser gefallen, am Samstag hat es ab mittags durchgehend geregnet und am Sonntag war es auch noch sehr durchwachsen. Nach vier Wochen ungetrübtem Sonnenschein, wie schade. Dafür ist aber das Hotel-„Kino“ da, mit einem Shuttle“bus“ (Tuk Tuk) das  – tatsächlich! – alle 15 Minuten fährt. Das noble Sofitel Hotel stellt seinen Filmvorführraum und das kostenlose Shuttle zur Verfügung. Immer wieder genial so ein Luxushotel mal von der Nähe betrachten zu können. In Asien ist das aber relativ gang und gäbe, in Singapore kann man ja auch überall reingehen. Hier mal gucken:

Am Samstag bin ich also pünktlich viertel vor zehn Uhr am Shuttle-Point gewesen und hab gleich wieder so eine Tante da angetroffen, Nase so hoch dass es reinregnet, so ungefähr. Ich hab mich freundlich erkundigt, ob sie auch auf das Tuk warten würde und sie hat sofort angefangen zu lamentieren, sie wüsste jetzt schon wie das enden würde, alles miserabel organisiert, außerdem artet das in ein totales Touristen Spektakel aus, das sollte doch mehr für die Locals sein …. klar, dachte ich mir, die Flussleute und die Bergstämme kommen sicher in die Stadt um sich in einem Luxushotel einen Film auf japanisch mit englischen Untertiteln anzugucken… ihr Lamento wurde aber schnell unterbrochen vom Tuk das geradezu auf die Sekunde pünktlich ankam.

Für die frühe Stunde (für Kino) und fast auf nüchternen Magen war der Film starker Tobak. Ich war so berührt dass ich kaum die Tränen unterdrücken konnte, wie gut dass es im Kino immer dunkel ist.

Ich krieg das leider nicht besser eingebettet hier, aber wenn man auf „play“ drückt, geht es dann schon.

I Want To Go Home (Trailer) from I Want To Go Home on Vimeo.

Am 11. März 2011 verlor Yasuo Takamatsu seine Frau durch den Tsunami während des Erdbebens in Ostjapan. Seit diesem schicksalhaften Tag nimmt sich der 58-jährige Japaner jede Woche Zeit, um in der kleinen Küstenstadt Onagawa auf der Suche nach ihr zu tauchen. Durch unwahrscheinliche Freundschaften über Grenzen und Sprachen hinweg teilt Takamatsu seinen Verlust, seine Genesung (?) und seine Entschlossenheit, sich wieder mit seiner Frau zu vereinen.

Mehr als einen solchen Film pro Tag verkrafte ich nicht. Die folgenden drei waren aber für mich eh nicht so interessant, Jugendliche mit Drogenproblemen, Menschenhandel, solche Sachen. Nicht mein Thema.

Heute bin ich wieder hingegangen, es gab einen Film über den Vietnamkrieg, der Produzent war auch da, ein regelrecht „junger Hupfer“, was mich erstaunt hat. Im Internet findet man übrigens alles mögliche, aber nicht seinen Jahrgang. Er hat gesagt, er kam grad erst gestern Abend an, just in time, mit dem Slowboat von Thailand. Cool, ein Punkt für ihn :)
Der Film hat ein Thema aufgegriffen, das nicht sehr oft angegangen wird bisher: Farbige amerikanische Soldaten in Vietnam. Da arten die Rassenkonflikte so richtig aus. Jeder gegen jeden, sozusagen. Keiner weiß mehr wer gut oder böse, was richtig oder falsch ist. Aber der Vietnamkrieg war ja sowieso von Anfang bis Ende sinnfrei.

Trailer:

Für die Freaks: Interview with Phil Blattenberger:

 

Press PAUSE

PPause

Drücken Sie PAUSE, während Luang Prabang sich zu einem Zentrum des kreativen kulturellen Austauschs entwickelt. Genießen Sie sechs Tage lang die typischen Gerichte der lokalen Restaurants, entdecken Sie komplizierte Handwerkskunst und tauchen Sie in das regionale Spitzenkino ein. Das Beste von allem: es ist kostenlos.

Der erste Abend war schon mal toll.  Das „Big Tree“ ist ein Cafe mit Garten und zugleich eine Galerie mit wunderschönen Fotos – der Künstler Adri Berger ist momentan anwesend! Die Atmosphäre ist super freundlich und entspannt. Die Kurzfilme wurden im oberen Stock auf einem riesigen Bildschirm gezeigt und waren allesamt ausgesprochen sehenswert. Eintritt frei, sogar Wasser ist frei, man sollte aber doch der Höflichkeit halber wenigstens ein Bier oder sonstiges konsumieren. Bananen Chips gab’s auch noch umsonst dazu.

Let’s Love (30 min)
Regisseur: Dorn Bouttasing
Let‘s Love erzählt die Geschichte von Mai, einer jungen laotischen Lesbe, die in einer sozial konservativen Gesellschaft, die sich ihrer sexuellen Orientierung nicht öffnet, um Akzeptanz und Liebe zu kämpfen sucht. Durch die komplexen Beziehungen von Mai zu ihrer Familie, Freunden und der breiteren Gesellschaft beleuchtet Let’s Love die vielen Hindernisse, mit denen die LGBTQ-Gemeinschaft in Laos konfrontiert ist, und ist damit der erste Film dieser Art, der jemals im laotischen Kontext gedreht wurde.

Thongsy’s Story (6 min)
Regisseur: Adri Berger
Durch sorgfältige Pflege überlebt ein Baby im Lao Friends Hospital for Children.

Still I Rise (3 min)
Regie: Adri Berger
Ein experimenteller Film, inspiriert von dem gleichnamigen Gedicht von Maya Angelou.

Luang Prabang aus der Luft (2 min)
Regisseur: Adri Berger
Luftaufnahmen der Bergstadt.

Vorführungen um 17 Uhr und auf Anfrage.