Kein WYSIWYG, aber SPAM und Essiggurken

Toller Titel :)

Ich muss endlich mal erzählen, was ich hier so in meiner „Küche“ rumpantsche. In Ye olde Swamphouse-Kitchen, meiner Sumpfhexen-Küche. Passend zum „Siedler“ könnte man das auch „Einsame Experimente“ nennen, manchmal.

Was ich an Gerätschaften habe, beschränkt sich auf einen Minikocher mit zwei Aufsätzen, einmal Kochtopf mit Glasdeckel und einmal eine Art Pfanne, mit einer Teflonbeschichtung, die bereits nach dreimaliger Benutzung hinüber war, aber es geht trotzdem. Der Deckel passt da natürlich auch drauf. Dann habe ich noch ein paar weitere Töpfe, einer passt exakt auf die Platte, der hat einen Henkel und ist hoch, den nehme ich zum Wasserkochen. Den Tauchsieder habe ich inzwischen aufgegeben, drei davon sind im Laufe der Zeit kaputt gegangen, und der letzte hat mal wieder die Steckerleiste angeschmolzen, irgendwie ziehen die wohl zuviel Saft. Das Wasser im Topf braucht zwar doppelt solange, bis es kocht, aber ich hab ja Zeit…

Was macht man also zum Beispiel einfach nur mit purem kochenden Wasser? Ich habe drei verschiedene Sorten Kaffee, den guten alten Indocafe 3 in 1, Old House White Coffee ohne Zucker, und die Landes typischen Kaffebeutel, mit „richtigem“ Kaffepulver drin. Teebeutel mit dem wunderbaren Cameron-Highland Tea, oder Teeblätter, und dann noch diesen köstlichen Instant-Ingwer-Limetten Tee. Milo ist sowas ähnliches wie Kaba. Milchpulver habe ich auch, aber das kommt eher in fertige Sachen und natürlich in den Kaffee. Das Wasser schmeckt übrigens sehr gut, liegt sicher an dem Gestein hier, es kommt direkt aus den Bergen, also muss man es natürlich abkochen, aber selbst dann hat es einen guten Geschmack. Wenn ich da an Langkawi denke! Dort war das Leitungswasser so grausam gechlort dass man nicht mal Tee damit machen konnte, Kaffe ging grad noch. Trinken völlig unmöglich.

Ich habe auch diverse Sirups, für Orangen-, Mango- und Sirsopsaft, letzterer ist mein Favorit. Den habe ich auch erst bei meinem letzten Einkaufstripp entdeckt, bisher hatte ich immer Saft in Dosen gekauft. Der „Sauersack“ oder Sirsak ist eine der köstlichsten Tropenfrüchte. Vor allem die kleinere Art, bekannt als Cherimoya.

Ausser Getränken kann man Porridge aus Haferflocken machen, mit etwas Milchpulver, Süssstoff und frischen Bananenscheiben schmeckt das super und gibt ein gesundes und sättigendes Frühstück ab. Milchpulver löst sich auch in kaltem Wasser, damit kann man Cornflakes oder Müsli zubereiten. Es gibt hier viele verschiedene Sorten von diesen asiatischen Instant-Nudelsuppen, die es auch schon lange in DE gibt, die meisten sind wirklich gut. Dann gibt es noch Maggi-Suppenwürfel, für Hühner- oder TomYam-Brühe, Suppenpäckchen für drei verschiedene Pilzcremesuppen, und sehr gutes Tomatenpürree, beides kann man auch prima als Nudelsosse verwenden. Damit kann man schon einiges anfangen.

Für Nudelsossen habe ich eine italienische Kräutermischung, also die typische Spaghetti- oder Pizzamischung, ausserdem eine große Dose Parmesankäse.

Kräuter wachsen auch in meinen Blumentöpfen, zur Zeit habe ich Basilikum, Minze, eine einheimische Art Dill, Zitronengras und Curryblätter. Und nun kommen wir zum ersten Rätsel aus der Überschrift :)

In Penang habe ich beim Tesco zwei Samentütchen gekauft, eins mit Koriander und eins mit chinesischem Schnittlauch. Der europäische wächst hier nicht, hab ich x-mal versucht. Der Koriander ist auch als solcher aufgegangen, aber leider nach dem Umtopfen verschieden, das mag er offenbar nicht. Bei dem Topf mit dem ausgesäten Schnittlauch habe ich nicht schlecht gestaunt, als sich die aufgegangenen Pflänzchen als zweikeimblättrig entpuppt hatten :). Kein WYSIWYG, wo Schnittlauch drauf steht, muss also nicht unbedingt Schnittlauch drin sein.

AmaranthWas da nun wuchs konnte ich überhaupt nicht identifizieren, hatte solche Blätter noch nie zuvor gesehen, sie hatten auch keinen besonderen Geruch oder Geschmack. Die Samen hatten ausgesehen wie Schnittlauchsamen, also winzige schwarze Körnchen. Keine Chance, nicht mal als Biologin, man muss warten bis sich Blüten zeigen, dann wird es einfacher mit der Bestimmung. Und nun weiss ich es, es ist Gemüse-Amaranth! Wenigstens was essbares :)

Da ich nun ein Auge hatte für die Pflanze, hab ich letztens bei Tony (South Pacific-Restaurant) neben dem Wohnhaus eine große Staude entdeckt mit rein grünen Blättern, da hab ich gleich ein paar kleine Pflänzchen, die sich selbst ausgesät hatten, ausgebuddelt und mitgenommen, und nun kann ich Spinat kochen, es wächst ja auch noch der Wasserspinat hinten im Sumpf, auch wenn der etwas sehr bitter ist. Eine Mischung von allem kommt aber bestimmt gut. Es wird doch immer besser hier mit der Kocherei!

WaranundNick Auf dem Foto sieht man den Wasserspinat im Hintergrund, sowie einen der allgegenwärtigen Warane, dieser in einer gemässigten Größenordnung, und meinen schönen Nick, den ich immer noch betrauere, er ist vor ein paar Wochen spurlos verschwunden. Das Thema möchte ich nicht weiter ausführen, bleiben wir beim Kochen…

In den Kochtopf kommen reglmäßig Kartoffeln, Nudeln, Eier, Reis in Form von Milchreis, auch mal mit Kokosmilch das schmeckt super, mit einer Zimtstange und ein paar Kardamomsamen gekocht. Kartoffel koche ich meisten für zwei Mahlzeiten, es gibt dann zuerst die Pellkartoffeln mit Ei oder Fisch oder irgendeiner Sosse, mit Hühnerwürtschen, oder, seit neustens mit – SPAM :)

Es ist nicht direkt SPAM, das US Original-Frühstücksfleisch, sondern eine chinesische Fabrikation, aber immerhin ist es Schweinefleisch oder eher eine Art Wurst. Long Fong pork luncheon meat. Jetzt habe ich die Auswahl zwischen den etwas süsslichen Hühnerwürstchen, Chickenburger-Pads, Sardinen oder Thunfisch aus der Dose und nun der Schweinewurst. Würstchen und Burgerpads gibt es auch aus Rindfleisch, aber die sind ungeniessbar. Entdeckt habe ich die Dosen bei meinem Einkaufstripp zum Festland.

Ich war über eine Woche sehr geknickt wegen meines umgekommenen Katers, und eine sehr nette Engländerin, mit der ich mich nächtelang unterhalten hatte, musste letzten Mittwoch dann abreisen, da hab ich kurzerhand beschlossen, dass ich mitkomme nach Mersing und ein paar Sachen einkaufe, damit ich mal auf andere Gedanken komme.

Es gibt im Ort in der Nähe des Hafens einen Giant-Supermarkt, der hat eigentlich auch fast alles, aber diesmal wollte ich zum Kini, der befindet sich am anderen Ende, dort wo der Busbahnhof ist. Da gibt es auch Haushaltsgerät, Bürokram, Klamotten usw. so richtig nett zum rumstöbern halt. Die hatten zwar keinen Käse und nur teures Whiskas Katzenfutter, aber dafür das Frühstücksfleisch. Ich hab erst mal nur eine Dose gekauft, um zu sehen, obs auch schmeckt, aber es ist ok, nächstes mal dann mehrere. Ich habs erst mal pur aufs Brot versucht, mit etwas Senf, schmeckt schon fast wie Wurstbrot, aber dieser elende weisse Toast ist halt auch eher süßlich. Dann hab ich ne Scheibe davon gebraten, mit Spiegelei und Kartoffel, das war schon fast wie Leberkäse. Das nächste mal versuche ich Spaghetti Bolognese, und die genialste Idee überhaupt ist, man kann Kohlrouladen damit machen! Kraut gibts ja zu kaufen! Da fällt mir bestimmt noch mehr ein, zu dem Thema.

Lustig war übrigens, dass die Frau an der Kasse sich extra Handschuhe anziehen musste, um die Dose zu berühren! Schweinefleisch ist für die Muslime verboten, aber manchmal übertreiben sie es schon ein bisschen :).

Essiggurken… Die habe ich schon immer vermisst, zum Beispiel für meinen Kartoffelsalat mit Ei und Mayonaise. Warum ich zwei Jahre gebraucht habe bis mir endlich ein Licht aufgegangen ist, weiss ich auch nicht, denn es gibt Gewürze, es gibt Essig, es gibt Gurken… Manchmal dauerts eben etwas länger :)

Das beste an der Sache ist aber, dass sie über Nacht fertig sind. Ich habe ein leeres (sauberes!)  Mayo-Glas genommen, bisschen Senf, ein paar Pfefferkörner, zwei Gewürznelken, eine Prise Zucker, Salz, eine Scheibe frischen Ingwer, bisschen Zwiebel, die Gurke zu Sticks geschnitten in der passenden Größe, in das Glas gesteckt, und einfach mit purem, kalten Essig aufgefüllt, gut geschüttelt, dass sich der Senf auflöst und über Nacht stehen lassen. Das Ergebnis war super! Auch die Zwiebeln schmecken klasse. Eine weitere Bereicherung meines Speisezettels.

Dass man mit einfachsten Mitteln auch einiges Zustande bringen kann, sieht man an meiner Topftortilla, und weil ich schon immer gerne übers Kochen geschrieben habe, hab ich extra eine neue Rubrik aufgemacht: Swamphouse-Kitchen, da kommt in Zukunft mehr.

Teekanne Meine hübsche Teekanne, ein bisschen Luxus in meiner Sumpfhütte :). Ansonsten hab ich noch etliche Gläser, die vermehren sich von alleine, weil man mal eins findet, oder Touris, die nach Hause fahren, Sachen zurücklassen. Drei Schüsseln in verschiedenen Größen, zwei Teller, eine hübsche kleine Platte, Gabeln, Messser und Löffel in verschiedenen Ausführungen, Schöpflöffel, Gemüsehobel und Saftpresse in einem Teil, ne Menge dicht schliessender Plastikdosen, und das wars. Mehr braucht es auch garnicht. Gekauft hab ich von den Sachen lediglich die Teekanne, ein gutes Messer, die Schöpfkelle und den Hobel, alles andere ist geschenkt, gefunden oder abgestaubt.

Der Kocher ist natürlich auch gekauft (hat so um die 50 Singapore $ gekostet) und so sieht das Gerät aus:
morries morries_box

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