Geruhsame Zeit

Wie sieht also mein Tagesablauf aus im Moment?

Morgens zwischen 7 und 8 wache ich auf, und zwar weil ich ausgeschlafen bin, nicht weil mich irgendein Getöse aus dem Schlaf reisst. Es ist recht „kühl“ in der Nacht, das bedeutet hier ca. 25°, da kann man schon eine dünne Decke brauchen, sonst fröstelt es mich. Ungelogen. Wenn es sehr windig ist, zieh ich mir auch noch Socken an, weil ich kalte Füsse bekomme…

Als erstes werden die Katzen reingelassen, die müssen nachts leider draussen bleiben, sonst wäre mein Moskitonetz binnen kürzester Zeit in Fetzen. Die Mietzen lungern auf der Veranda herum, und beim kleinsten Geräusch meinerseits geht das Gejaule los, keine Chance! Wenn ich die Tür öffne, stürmen sie die Bude, die vier großen nicht etwa hintereinader, sondern nebeneinander, wie die Quadriga, dass nur jeder den Schädel vorn hat. Die kleine wurstelt sich so durch.

Sind die erst mal am Futtern, wird mit dem Tauchsieder in der Blechkanne Wasser gekocht. Seit ich zurück bin fröhne ich dem Luxus: ich hab mir eine weisse Teekanne aus Porzellan mitgebracht, welche sogar die stürmische Überfahrt überlebt hat, oh Wunder.

Während das Wasser heiss wird, baue ich schon mal den Laptop auf, der über Nacht gut verpackt wird, Luftfeuchtigkeit und Sand bekommt er trotzdem noch zu genüge ab. Ich habe mir einen kleinen Tisch organisiert, der einigermaßen die richtige Schreibhöhe hat, also kann ich endlich auch hier richtig texten, ohne dass mir nach 30 min die Schulter abfällt.

Kaffe oder Tee zum ersten Frühstück, mit Milchpulver, das ist ein praktischer Ersatz für Milch, wenn man keinen Kühlschrank hat. Ein bisschen „Siedeln“. Wenn es in Strömen regnet, auch ein bisschen mehr „Siedeln“ ^^

Duschen, richtiges Frühstück so zwischen 10 und 11 Uhr beim Nachbarn im Mawar Restaurant, öffnet erst um 9 Uhr. Meistens Eier, die gibt es in jedweder Form, und Obstsalat, oder auch mal Käseomlett und Salat. Wobei der Salat haupstsächlich aus Karotten und Weisskohl besteht, zur Zierde eine Scheibe Gurke und Tomate, ein kleines Blättchen Eissalat. Schmeckt aber sehr gut und gibt Vitamine und Balaststoffe, die bei dem ewigen gebratenen Reis/Nudeln etwas zu kurz kommen. Manchmal esse ich aber auch zuhause ein selber gemischtes Müsli, oder, falls ich Joghurt ergattern kann, eben dieses mit Cornflakes oder Obst.

Nach dem Frühstück oder Brunch ein Spaziergang am Strand, je nachdem, ob es regnet oder nicht. Oder mal ins „Dorf“, also nach Tekek laufen, falls ich was einkaufen muss.

Mit Schwimmen ist es noch nichts, ohne Sonne macht das keinen Spass. Der Tag vergeht unglaublich schnell, bei all dem Müßiggang, ich hab ja immer irgend etwas zum rumbasteln, ab und zu muss ich auch mal Wäsche waschen, bisschen aufräumen, bisschen zusammenkehren, solche Sachen eben. Zur Zeit bin ich ja mit meinen neuen Vorhängen beschäftigt.

Je nachdem, wie spät ich gefrühstückt habe, geh ich am frühen Nachmittag Mittag essen, oder aber erst abends nochmal.  Das Restaurant ist von 16 bis 19 Uhr geschlossen. Ich hab auch immer einen kleinen Vorrat an Keksen und Kräckern, Chips, Nüssen und Obst, falls mal wider Erwarten alles zu ist, was in der Regenzeit durchaus vorkommen kann. Da hab ich ja nun genug Erfahrung inzwischen, und vorgebaut, dass ich nicht plötzlich zwei Tage ohne Essen da stehe ^^ (also kannst ganz beruhigt sein, P.)

Bücher trudeln auch schon wieder ein, Kojek bringt mir ja alles, was andere Gäste zurück lassen. Zwei hab ich mitgebracht, inzwischen sinds schon wieder 8 (acht!) , eins bei Mawar ausgeliehen. Die wundersame Vermehrung der Bücher.

Nachdem ich fast alleine bin hier, sind die Abende ebenfalls sehr ruhig und gemütlich. Draussen auf der Veranda lesen, oder, bei Regen, sich mit den „Siedlern“ vergnügen, gelobt sei das Internet. Skype hat natürlich auch was, ich spreche relativ oft mit meinen Eltern oder mit Freunden.

Um halb 8 ist es dunkel, dann muss ich erst mal ein Moskito-Coil anzünden und glimmen lassen, es gibt doch deutlich mehr Mücken als in der Trockenzeit. Spray hab ich auch, eins für die Haut, eine Art Autan, und ein Raumspray, falls sich doch mal welche unter das Moskitonetz verirren.
Falls Du glaubst dass Du zu klein bist um etwas zu bewirken, dann versuche mal zu schlafen, wenn ein Moskito im Zimmer ist….
sagt der Dalai Lama.

Wenn ich langsam müde werde, müssen erst mal die Katzen hinaus komplimentiert werden, die eigentlich den lieben langen Tag hier in der Hütte rumliegen, auf dem Koffer, auf dem Bett, auf mir…  genug gepennt, Katzen raus ^^

Moskitonetz runter, noch ein Stündchen lesen, und Licht aus. Gute Nacht, John-Boy – Gute Nacht, Elizabeth.

Advertisements

6 Kommentare zu „Geruhsame Zeit

  1. Schön, liebe Angela, daß die Herbstpause vorüber ist und Du Dich wieder regelmäßig meldest, vor allem aber, daß Du es Dir gutgehen läßt bei allem Schmerz über verlorene Paradiese. Herzlich, Dein wladimirpeter.

  2. Hallo und wie schön dich zu lesen!
    Ich hoffe dir/euch geht es gut!
    Ja, das war einer meiner „guten Vorsätze“ fürs neue Jahr, endlich mal wieder regelmäßig zu schreiben, hoffen wir mal, dass es klappt :)

  3. Hi,

    wenn ich das so mit meinem Tagesablauf vergleiche, sieht es hier ziemlich anders aus: Um 6:20 klopft es an meiner Tür bei völliger Dunkelheit. Kurz vor 7 lautes Geschrei, ich soll endlich aufstehen. Dann die heiligen Waschungen, Frühstück und Brote schmieren für die family. Allmählich wache ich dann auf und per Fahrrad gehts zum Büro – Bei dem Eis sind Nebenstraßen teils eine echte Herausforderung. Mittags laufe ich ein wenig in der Stadt rum (etwas Bewegung tut gut). Abends im Dunkeln wieder zurück, je nach Uhrzeit noch Kochen oder das Futter steht schon auf dem Tisch. Je nach Mundfaulheit der Bande noch etwas Rumquaken. Dann klingelt ständig das Telefon für das Töchterlein (hält etwa 95 Prozent Anteil an sämtlichen Telefonaten). Nach den Nachrichten ziehen sich die Kinder in ihre Zimmer zurück (Lesen, Lernen, Schlafen). Der übliche Dauerlärm wird dadurch weniger. Etwa zwei Stunden später ist es dann völlig still: kein Getrampel, keine Treppe, kein Türenklappern. Geräusche von draußen gibt es da sowieso nie (eventuell Müllautos).

    Schön, Dich wieder öfter zu lesen!

    HausE

  4. Nun kann ich auch aufhören, mir Sorgen zu machen, dass Du zu wenig ißt. Wenn man den Tagesablauf liest, kriegt man richtig Lust, mal für 1 Woche daran Teil zu haben. Für mich als Flugverweigerer aus Überzeugung ist dieser Erdteil via Schiff nur bei längerer Zeitplanung erreichbar, deshalb bleibt nur die Teilnahme via blog.
    Grüße aus E. von P.

  5. Wollte mich mal bedanken für Deine Berichte. Sie sind immer sehr kurzweilig und interessant. Ich stimme auch immer mit Deiner Lebenseinstellung überein. War jetzt auch 7 Tage auf Langkawi und 2 Tage auf Penang. Ich Überwintere hier in Chiang Mai.

    Gruß

    Siegfried

  6. Danke für das nette feedback und ich hoffe, ihr aus E. könnt mir nochmal verzeihen, dass ich so lange so schreibfaul war…

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s