Gute Nacht Langkawi, oder: ein Paradies wird vernichtet (2)

Der Strand

Natürlich bin ich gleich am ersten Abend noch zum Strand gegangen, und hab festgestellt, dass sich da wohl einiges geändert hat, war ja auch zu erwarten nach zehn Jahren. Irgendwie waren die ganzen kleinen Bars und Restaurants verschwunden, man konnte sich kaum irgendwo hinsetzten. Naja, aber der Sonnenuntergang war prächtig, der Strand riesig im Vergleich zu Tioman, am nächsten Morgen war Schwimmen angesagt.

Ich hab nicht schlecht gestaunt, als ich entdeckt habe, dass die ganze Länge von Pantai Cenang mit Liegestühlen vollgestellt ist, Liegestühle, die man mieten muss, um sich in den Schatten setzen zu können, bzw. sich überhaupt irgendwo hinsetzen zu können. Na super. Ich hab mein Kleid an irgendeinen Zaun gehängt und bin ins Wasser gegangen. Undurchsichtiges Wasser. Grünlich trüb. Es gibt da so einen „eingezäunten Bereich“, für was genau das gut sein soll, weiss ich nicht, aber ich bin mal diagonal durchgeschwommen. Mittlerweile wurde es vielleicht zehn Uhr morgens, da tauchten plötzlich ganze Horden von Boys auf und haben die Jetskies aufgestellt. Jetskies! Und natürlich gleich angefangen, die Dinger vorzuführen, um den Touris den Mund wässerig zu machen. Ein Höllenlärm brach los, der den ganzen Tag nicht mehr abbrechen sollte. Ich  bin aus dem Wasser gestiegen und hab ein bisschen Muscheln gesucht, Jeeps rasten am Strand entlang, der erste Flieger setzte zur Landung an – der internationale Flughafen von Langkawi liegt nördlich von Pantai Cenang, der damit praktisch die Einflugschneise darstellt.

Dann bin ich Richtung Süden gewandert zu der Felsnase, die Pantai Cenang von Pantai Tengah trennt. Die Badegäste waren überwiegend Einheimische und Araber, aber es war ja noch bisschen hin bis zur Peak-Season, also dem Weihnachtsurlaub. Auf die Felsnase haben sie ein Restaurant gebaut inzwischen, das aber geschlossen war. Ich hab mein Kleid angezogen und bin aussen herum marschiert, an Underwaterworld und Zon vorbei, und bin eingebogen Richtung Tanjung Malie, das war die Anlage, in der ich mit Andy Monate verbracht hatte.

Der Anblick hat mir fast die Tränen in die Augen getrieben. Wo einst drei, vier Reihen mit Holzhäuschen standen, später dann auch schon ein paar Air-Con-Hütten, steht nun ein zweistöckiger Betonklotz, häßlich wie die Nacht finster, und offenbar ausschlieslich für muslimische Gäste gedacht, mit Betraum und Alkoholverbot und allen Schikanen.

This motel is ideal for those who prefer the simplest of lifestyle during their holidays. The chalets are styled after the traditional Malay house and the motel is within walking distance of Pantai Tengah. The property consists of a total of 70 guestrooms and a restaurant.

Man beachte den Teil: „the motel is within walking distance of Pantai Tengah“.  Unsere Hütte stand damals mitten am Strand, aber der ist weg, es muss meterweise Sand abgetragen haben, oder die haben es durch die Großbaustelle ruiniert. Da ist nun eine Mauer, von er aus es zwei Meter runter geht, keine Chance, ans Wasser zu kommen… Ich werd wahnsinnig.

Ich dachte, ich brauch erst mal ne Stärkung, bin wieder aussen rum gegangen, auf der Stasse, und bei der nächsten Anlage wieder durch zum Strand. Die sieht richtig hübsch aus, Sunset Beach Resort, ist aber nicht bezahlbar. Dort konnte man auf einer Art Terrasse sitzen und ich hab mir einen relativ teuren, aber sehr leckeren und reichhaltigen „Nizza-Salat“ bestellt, und hab die tolle Aussicht genossen. Ja, Langkawi ist wirklich wunderschön – die Landschaft!

Bin nochmal kurz ins Wasser gegangen und dann weiter marschiert, den Pantai Tengah entlang. Es sieht übel aus da, der Strand ist eine steile Böschung, ohne jeglichen Bewuchs, also auch hier keine Möglichkeit sich irgendwo hin zu setzen. Erst ganz am Ende, beim Charlie Motel, gabs ein paar „Unterstände“.

Ziemlich traurig bin ich den ganzen Weg zurückgewandert und hatte mir, wie sich ein paar Stunden später herausstellte, auch noch einen deftigen Sonnenbrand eingehandelt.

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