Immer diese Spiriferenzchen…

Hmm, ich habe dieses Wort gerade gegoogelt, und es scheint außer mir keinem Menschen geläufig zu sein. Gibt es das? Bzw. gibt es dieses Wort nicht? Sonderbar, ich habe das seit langem in meinem Wortschatz, als Begriff für „Rumgespinne“, „Extravaganzen“, „sinnloses Geplänkel“, so ungefähr. Also gut, von mir aus ist es auch eine neue Wortschöpfung, dann möchte ich aber bitte das Copyright drauf haben!

Spiriferenzchen © ah

Gestern war ich wieder einmal etwas geschockt über die asiatischen Sitten und Gebräuche. Das die Zeit hier aus Gummi ist und die Uhren anders gehen, und nicht selten auch stehen bleiben, ist mir inzwischen ja in Fleisch und Blut übergegangen. Dass ein Termin jedoch kein fester Termin ist und jederzeit verschoben werden kann, ohne Wissen des jeweils anderen Beteiligten, war mir neu.

Ich hatte beim Zahnarzt angerufen, um mich nochmal zu vergewissern, dass das am Dienstag auch klappt, sie hatten mich ja darum gebeten. Dass ich das womöglich aber gleich am nächsten Tag machen sollte, oder vielleicht gar jeden Tag, davon war die Rede nicht. Sie hatten nur um meine Telefonnummer gebeten, dass sie mich anrufen könnten, falls sich etwas verschieben sollte, und ich habe ihnen gesagt, wo ich wohne, ein Mobile hätte ich nicht.

Kurz und gut, bzw. schlecht, gestern also da anrufen lassen, von unserer Rezeption aus, und dem Mädel wurde mitgeteilt, der Termin hätte sich verschoben auf den 28. Juni! Das darf ja wohl nicht wahr sein, dachte ich mir, zwei Wochen später? Meine Nerven. Ich hab mich erst einmal ziemlich aufgeregt, und beschlossen, da am nächsten Tag rüber zu fahren (heute also), wenn ich mich wieder etwas abgekühlt hätte. Anders bringt’s das hier nicht, erste Bürgerpflicht ist: immer schön freundlich und cool bleiben, immer lächeln!

Gestern abend bin ich mit Pete noch ein bisschen spazieren gegangen, er ist für ein paar Tage zurückgekommen, nachdem er Ginny in KL am Flughafen abgeliefert hatte. Sehr schön. Und dann habe ich, nach ewigen Zeiten mal wieder, zwei Dosen Bier getrunken, die mich ganz gut eingelullt haben. Gut geschlafen, wie immer.

Inzwischen hatte ich mir auch gedacht, für den Fall der Fälle, was soll’s, bleib ich halt noch etwas länger hier. Das Zimmer ist gut, das Essen ist sehr gut und billig, alles in allem lebe ich hier preiswerter als auf Tioman. Und es gibt so viel zu sehen und zu tun in Penang, vom kostenlosen Internet ganz zu schweigen. Mit dem Wurm bin ich auch noch nicht durch, wie mir scheint. Ich müsste nur zwischzeitlich kurz nach Thailand für ein neues Visum, am 19. Juni sind schon wieder drei Monate vorbei!

Heute mittag hab ich mich per Bus aufgemacht nach Pulau Tikus, das ist ein Stadtteil von Georgetown, und heisst „Ratteninsel“, oder, wenn man es wohlwollend betrachtet, kann man es auch als Mäuseinsel übersetzen. Woher das wohl kommt? Wenn es danach ginge, könnte man ganz Georgetown als Rattenloch bezeichnen. Die sind überall. Offene Kanalisation, deshalb.

Aha, hier haben wir es:

Pulau Tikus or „Rat Island“ Penang „Upper Class“ Neighborhoods
Pulau Tikus or ‚Rat Island’ is said to be named after an actual Pulau Tikus isle – a small rocky island shaped like a mouse, located about 2km away from the north-eastern coast of Penang island. So… relax, it is not an island nor is the whole area
infested with rats or mice.

But… don’t be fool by the weird name as the area is considered one of the most „upper class“ and prominent neighborhoods in Penang. It has a fair share of mansions, bungalows and colonial buildings, high-rise condominiums (such as those
in Gurney Drive) as well as many first class international hotels and resorts. It’s no wonder that the late prime minister of Malaysia, Tunku Abdul Rahman chose to live his retirement years in Pulau Tikus.

In der Zahnarztpraxis habe ich mich ganz höflich nach meinem Termin erkundigt, und siehe da, alles beim alten, kein Problem. Soso. Mir soll es recht sein.

Von der Burma Road geht es Richtung Gurney Drive durch ein paar sehr nette Straßen, in der Lorong Bangkok befinden sich z.B. die hübschesten Reihenhäuschen, die ich je gesehen habe. Nächstes Mal nehme ich die Kamera mit! Ich hab dann einen ausgiebigen Schaufenster-Bummel im Shoppingcenter „Plaza Gurney“ gemacht, und mir eine perfekte Pizza Vier-Jahreszeiten reingezogen. Im 7. Stock, dort wo auch das Cineplex ist, gibt es ein Lokal namens „Pastamania“, echt empfehlenswert! Und im Basement befindet sich ein „Cold Storage“ Supermarkt, da gibt es alles, das ist die Ladenkette aus Singapore. Obst, Gemüse, Salat (!), Käse, Wurst, usw. Gut zu wissen.

In der großen Buchhandlung „Popular“ habe ich ein englisch-deutsches Wörterbuch erstanden, das war schon lange fällig, ich muss mein Englisch immer noch ein bisschen aufpolieren, und in den Romanen, die ich lese, kommen schon noch ab und zu Wörter vor, die ich mir zwar aus dem Kontext herleiten kann, aber ich will es schliesslich genau wissen.

Ein Spaziergang am Gurney Drive entlang, die Strandpromenade sozusagen, aber Strand ist das nicht, eher eine Kloake oder Müllhalde, bei Ebbe besonders schön zu sehen. Dann mit dem Bus zurück, und gerade rechtzeitig zu Hause eingetroffen, als es zu regnen anfing. Gutes Timing. Und schon wieder ist ein Tag vorbei. Habe heute fast 13 Euro auf den Kopf gehauen! (Eine Pizza, zwei Getränke, das Wörterbuch und zwei Bustickets…)

Den Freunden in E. wünsche ich übrigens viel Spass auf dem Berch, trinkt mal eine Maß für mich mit, ihr müsst mich ja nicht nach Hause tragen :-)

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2 Kommentare zu „Immer diese Spiriferenzchen…

  1. aha, Sperenzchen heisst das also?
    mir gefällt mein Wort besser :-)
    Prost!
    und geb die Krüge ab, dann kannst du eins mehr trinken :-D

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