Penang 2.0

Ich bin wieder hier und alles ist problemlos gelaufen. Grad einen Kaffee vor’m Haus getrunken und ein Stück Rosinen-Zopf von der „Rainforest Bakery“ verspeist, leider nicht vergleichbar mit den Schlemmereien in Singapore.

Gestern abend bin ich schon um 19:00 aufgebrochen, es war so schwül und stickig, dass ich es im Haus nicht mehr ausgehalten habe. Habe mir auch ausnahmsweise ein Taxi (10$ für ca. 1km) geleistet, sonst wäre ich patschnass geschwitzt an dem Busbahnhof angekommen. Dort hatte es eine leichte Brise und es war ganz angenehm, da zu sitzen und Leute zu gucken. Ausserdem, das habe ich schon bei Ticketkauf vermutet, befindet sich dort wohl der Strich, ich müsste mich schon arg täuschen… Lauter Thai-Discos und Massage-Salons und die Mädels, die da rumstehen sind nicht unbedingt so angezogen, wie man das hier gewohnt ist ;-)

[Falls es jemanden interessiert (wegen des Busbahnhofs natürlich) das ist in der Beach Road, neben dem Concourse Tower und nennt sich The Golden Mile (Die rote Meile, gabs da nicht mal was? har har). Ach ja, und meine Unterkunft war in der Jl. Pinang: „The Superb Hub“ Hsnr. 2 und gegenüber das Guesthouse mit den Dorms „Feel at Home“ Hsnr. 7, direkt bei der Sultan Mosque, Hintereingang, North Bridge Road. Super zentral gelegen und trotz Moschee erstaunlich ruhig! Interessantes Viertel mit Teppich-, Stoff- und Parfümhändlern, Arabischem Essen und nebenan das alte Malay-Viertel, Kampong Glam]

Der Bus kam pünklich um 20:30 und war ein Riesengeschoss mit ultrabreiten Sitzen, ich hatte einen Platz ganz hinten, und die Lehne konnte man fast in die Horizontale legen, es gab auch Kuscheldecken und die Aircon war abschaltbar, wäre also ein prima Bett gewesen, wenn nicht bei meinem Sessel die Arretierung kaputt gewesen wäre, d.h. bei jedem Huppel haben mich die Stoßdämpfer wieder in den aufrechten Sitz befördert. Wie in einer Wippe. Ich hab mich dann irgendwie mit hochgezogenen Beinen (mit Socken, wie immer) so in den Sitz verkeilt, dass es einigermassen gehalten hat, hihi, stabile Seitenlage sozusagen, und ich sehr angenehm gedöst habe.

Zuerst aber kam die Prozedur mit dem Grenzübergang. Und ich habe begeistert festgestellt, dass wir Richtung Flughafen gefahren sind, d.h. den anderen Checkpoint benutzen würden. Est mal aber eine letzte grandiose Aussicht auf die Marina und die wunderbare Szene dort. Dann vorbei am Hafen, wow, dort müssen ungefähr 3 Mio Container rumstehen, der völlige Wahnsinn! Hab mal gegoogelt: Singapore ist der größte Container-Hafen der Welt mit einem Umschlag von fast 30 Mio im Jahr 2008. Donnerwetter! Das ist wirklich die Stadt der absoluten Superlative!

Der Grenzübergang war so easy, dass es geradezu lächerlich ist, wie nervig das auf dem Herweg war! Das ist der so genannte Second Link, Tuas Checkpoint, Viaduct Ayer Rajah Expressway, also direkt zum NS-Highway in Malaysia führend. Emmigration einfach nur mit Passport, Malaysia Immigrasi mit allem Gepäck, aber ebenerdig, kurzer Weg, keinerlei Checks, weder beim Gepäck noch am Körper. Ich wurde gefragt, ob ich in Singapore arbeiten würde und ob ich ganz allein reisen würde (irgendwas müssen sie offenbar labern) und das wars. Erleichtertes Aufatmen! Ich habe meinen Stempel für die nächsten 3 Monate!

In Melaka gabs um ca. 24:00 ne Fress- und Pinkelpause. Hurrah, wie sind wieder in Malaysia. Man kann überall rauchen, der Müll liegt rum und die öffentlichen Klos sind total verdreckt. KL hab ich verschlafen, in Ipoh mal kurz aufgewacht und weitergepoft und schon waren wir in Butterworth! 7 Uhr morgens, total bedeckt und noch fast dunkel, ich wusste erst mal garnicht, ob ich auch da bin, weil der KOMTAR Tower unsichtbar war! Kleingeld für die Ferry hatte ich mir gottseidank schon bereitgesteckt, also nix wir rüber. Irgendwie bin ich scheinbar kräftiger geworden, den Koffer die eine kurze Treppe hochzutragen war überhaupt kein Problem! Dann hat es erst mal gegossen wie aus Eimern, der typisch tropische Wasserfall. Ich stand gottseidank noch im Trockenen. Es hörte nach einer Weile, wie üblich, wieder auf, und ich hatte beschlossen, in der morgendlichen Kühle zu Fuß zu gehen, es war auch noch nicht so lebensgefährlicher Verkehr. Langsam geht das jetzt echt mit dem Gepäck. Und nach so einer Nachtfahrt bin ich eigentlich jedesmal erstaunlich fit!

Hab die Love Lane abgeklappert, die ersten beiden Häuser waren voll, aber hier im Love Lane Inn hab ich dann unbesehen zugeschlagen, es ist voll jetzt in Penang, und ein Zimmer mit Fan für 20 RM ist glaub ich ein Glücksfall. Das Zimmer ist sogar recht groß, aber leer wie üblich, Bett, Stuhl, Pseudo-Nachttischchen, das wars. Und laut, weil im Erdgeschoss neben der Rezeption, aber erst mal egal. Internet funktioniert wunderbar und wenn oben was frei wird, kann ich ja vielleicht umziehen. Gemeinschafts-Dusche aussen, wie gehabt, aber mit enorm viel Wasser, das kam echt gut! Hock-Plums-Klo, auch recht. Gut dass ich in Singapore genug Klopapier geklaut habe, aus den öffentlichen Luxus-Waschräumen. Und gut, dass ich Gummischuhe habe. Alles „nooo proooblem, lah!“

So, und jetzt geh ich erst mal ins „Jaya“ ein Dosai essen.

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3 Kommentare zu „Penang 2.0

  1. Du wirst wohl kaum die Beine unter den Weihnachtsbaum legen, trotzdem voll die Besinnliche und so.

    Zieh Dir mal diesen link rein, das ist Weihnachten verschärft:

    … man liest sich …

  2. Schön, dass ich mich wieder an deinen Berichten erfreuen kann. Das steigert meine Vorfreude ungemein. Vielleicht läuft man sich im nächsten Jahr mal über den Weg.
    Liebe Rajah, ich wünsche dir von Herzen ein schönes kitschig, exotisches Weihnachtsfest und einen guten Rutsch.
    Möchte noch ein Danke loswerden für deine informativen Berichte. Weiter so.
    Liebe Grüße
    Sabine

  3. Liebe Sabine, danke dir, und Merry Christmas. Der nächste Bericht wird deine Vorfreude allerdings nicht sehr steigern ;-)
    Aber wie heisst es hier so schön, sinngemäß übersetzt: In jedem Korb ist ein fauler Apfel…

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