Singapore untergründig und überirdisch

So langsam kenne ich mich einigermassen aus, zumindest an der Oberfläche. Man kann sich ja an den Wolkenkratzern und sonstigen, buchstäblich herausragenden Monumenten, orientieren. Im Untergrund allerdings hat man sich schneller verlaufen als man denkt. Die ganze City scheint mehrstöckig untertunnelt zu sein, nicht nur von den U-Bahnschächten sondern von zig Einkaufsmalls und Verbindungswegen, ein Labyrinth! Aber ein äußerst sehenswertes. Wenn es draussen zu heiss ist, kann man sich hier im Kühlen vergnügen. Natürlich gibt es im Untergrund genauso viele Fressstände und Lokale wie oben. Mich wundert wirklich, dass mir noch nicht schlecht geworden ist von dem ganzem Zeug, dass ich ständig probieren muss. Ich könnte wirklich den ganzen Tag essen! Das ist hier noch viel „schlimmer“ als in Penang ;-)

Vorgestern abend war ich erst mal wieder am Wasser spazieren, als alle Lichter an waren, und nachts sieht die Stadt noch ungemein faszinierender aus! Alles ist beleuchtet und zur Zeit auch noch zusätzlich weihnachtlich dekoriert, ein berauschendes Lichtermeer, die Farben wechseln auch noch, z.B. bei der Brückenbeleuchtung oder beim Riesenrad, man kann sich nicht sattsehen und -staunen! Man sieht es ja am Titelfoto.

Dann bin ich auf dem Nachhauseweg im Raffles in die Bar eingekehrt, hab  mich extra chick gemacht dafür, musste jedoch feststellen, dass es keinen Dresscode mehr zu geben scheint, und das ist jammerschade! Die Leute, die da mit schlampigen alten T-Shirts und ausgebeulten Shorts rumhängen, machen irgendwie die ganze Atmosphäre kaputt. Und die ist einfach klasse. Allein die Palmenfächer an der Decke, das ganze Interieur, und dann natürlich die Erdnüsse. Es ist seit Kolonialzeiten so Brauch, dass zu den Slings ganze Schüsseln voll Erdnüsse auf den Tisch gestellt werden, und die pult man dann aus und schmeisst die Schalen hemmungslos auf den Boden! Und das in Singapore, wo man heutzutage in den Knast wandert, wenn man eine Kippe auf die Strasse wirft (oder zumindest 1000 $ zahlt!) Ich wusste nicht, dass das immer noch so ist und war entzückt, als ich die Bar betreten habe und es unter den Schuhsohlen geknirscht hat. Die Kellner müssen echt aufpasssen, dass sie nicht ausgleiten! Ich musste nicht aufpassen, denn ich konnte mir leider nur einen Sling leisten ;-)

Gestern habe ich dann einen kulinarischen Fauxpas begangen und mir ein richtig fettes Schnitzel (bzw. Cordon Bleu) mit einem riesigen Kartoffelsalat reingezogen, jawohl! Es gibt hier witzigerweise ein Restaurant namens „Brotzeit“ und da gibt es all die Sachen, die der normale Deutsche oder Österreicher nicht entbehren mag, auch wenn er nur 3 Tage in Singapore is(s)t. Schnitzel, Bratwürste, Weisswürste, Brezen, Kartoffelsalat, usw. Ich dachte, nach 3 Monaten „schweinefreier“ Zeit kann ich mir so einen Schnitzer mal erlauben. Es hat sehr gut geschmeckt, ich hab dann auch die Besitzer (oder was auch immer) kennengelernt, 2 junge Österreicher. Es gibt eine ganze Kette, 3 Restaurants in Singapore und auch eins in KL. Also falls mich in Malaysia mal wieder derartige Gelüste überkommen, weiss ich ja nun, wohin :-D

Danach ein Sonntags-Spaziergang im Park an der Flusspromenade. Hier gehen die Einheimischen ihren Sonntagsvergnügen nach, wie zum Beispiel Rudern, oder mit dem Porsche (Ferrari und ähnlichen Geschossen) auf der hiesigen Formel 1 Strecke rumzutoben, oder mit Miniaturmotorrädern, die einen gigantischen Krach machen, rumzupesen. Und die Touris machen gern eine Spazierfahrt mit „Ducktours“. Ich hab mich halb kaputtgelacht! Das sind Amphibienfahrzeuge, die aussehen wie Boote auf Traktorrädern und die entern hier ins Wasser. Sieht ungemein witzig aus. Nach einem Schlenker durch das arabische Viertel inan dessen Rand ich wohne (hier werde ich auch noch essen müssen, es gibt Falafel, Humus, Couscous, Kebab und all das leckere Zeug!) hab ich mich zuhause draussen hingesetzt, und mich dann stundenlang sehr interessant mit einem Engländer unterhalten. Er hat mir netterweise zwei Biere und etliche Zigaretten spendiert. Sehr gut geschlafen hab ich auch in der zweiten Nacht in dieser Behausung.

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