Singapore!

Meine Lieben, jetzt wird es aber wirklich Zeit, dass ich was hören lasse! Es tut mir leid, aber auf Tioman ging irgendwann garnichts mehr. Ich konnte das Blog nicht mehr aufrufen (Zensur???) und das gesamte Internet war so langsam, dass ich eine halbe Stunde gebraucht habe um web.de zu öffnen, mit mehreren Time out’s und so weiter, und das musste ich natürlich bezahlen, obwohl ich oft unverrichteter Dinge wieder abgezogen bin. Dann hab ich es irgendwann aufgegeben. Für nichts soviel auf den Tisch zu legen wie ich pro Nacht für die Hütte gezahlt habe, das war mir dann doch zu unverschämt…

Aber ansonsten war es so toll, dass ich mich einfach nicht verabschieden konnte. Ich muss mal gucken, wie ich die Nacht hier überstehe, denn hier gibt es eine Superschnelle Internetleitung und zwar umsonst. ABER: ich habe nur ein Dormbett gefunden (in einem 6-Bett-Zimmer), das schon 25 Singapore $ kostet, das sind 14 Euro, es ist also schweineteuer hier, im Vergleich zu Malaysia. Mal sehen, wie das wird, ich habe noch nie in einem Dorm übernachtet. Wenn’s irgendwie erträglich ist, bleibe ich zwei, drei Tage, dann kann ich schreiben und Bilder hochladen was nur geht.  Jetzt bin ich erst mal total groggy und brauch was zu esen und zu trinken, dazu muss ich aber erst mal einen Geldautomaten finden. Ist schon geil, nach Singapore zu kommen ohne irgendeinen Plan, nicht mal einen Stadtplan.

Meine Maus ist kaputt, offenbar, aber es sollte auch so gehen. Also, ich geh mal auf Nahrungssuche und mach mich dann ans Erzählen.

Ok., da bin ich wieder. Das verspricht hier sehr abenteuerlich zu werden… Ich war grad wieder einigermassen auf dem Damm, hab einen Geldautomaten gefunden und es hat auch problemlos funktioniert, hab ein paar Dosen Bier eingekauft, ein super gutes Blätterteigteilchen, mit irgendwas Schafcurry mäßigem gefüllt, gegessen, alles gleich um die Ecke, damit ich mich auch nicht verlaufe, wie gesagt, ich hab keinen Plan im Moment, wo ich mich überhaupt befinde in der Landschaft, und bin zurück in die Unterkunft. Dort habe ich erfahren, dass ich für die Nacht nochmal umquartiert werde, hab nicht ganz gecheckt, warum, irgendeine größere Reisegruppe oder so was kommt wohl, mir ist im Moment ja keine Alternative geboten, also machen wir das halt. Die Leute hier sind aber super nett, also, wird schon schiefgehen. Ein relativ neues Guesthouse offenbar, oder neu übernommen. Ein seeehr nettes junges indisches Paar macht das hier. Ich vertraue dem ganzen mal, aus dem Bauch heraus, das hat mich bisher nicht fehlgeleitet.

Nach meiner Robinsonade und der absoluten Ruhe auf der Insel war der heutige Tag dann auch ganz schön anstrengend.

Grrr, Umzug sofort, kleiner 10 minütiger Fußmarsch. Olala, ich bin hier in einem Appartement gelandet, in einem sogenannten City-Condominion oder so ähnlich. Nobel, nobel, das Ganze, alles elektronisch gesichert, sprechender Aufzug, unten ist ein Swimmingpool vom Feinsten, aber leider ist er nur bis 10 Uhr benutzbar und jetzt ist es 15 min vor 10. Schade aber auch. Vielleicht bekomme ich ja morgen früh die Gelegenheit. Goil! Ich möchte nicht wissen, was so eine Wohnung hier kostet. Rauchverbot natürlich, das war klar. Aber zumindest hab ich meine Bierdosen mitnehmen können. Ich werde dann wohl gut schlafen. Und keine Panik allerseits, das ist hier durchaus üblich, dass man irgendwo privat einquartiert wird, mir wird hier niemand den Kopf  abschneiden, ganz im Gegenteil. Die Leute versprechen sich davon eine absolut gute Reputation, und genau das werde ich natürlich machen. Das Guesthouse weiterempfehlen ohne Ende. Werde dann doch noch eine Nacht dort bleiben.

Nun gut, zum heutigen Tag endlich. Ich hab es tatsächlich geschafft, um 6 im Dunklen aufzustehen, dank dem Wecker, den mir Paulina geschenkt hat. Es hat nicht geregnet, also musste ich mich wohl oder übel endlich aufmachen gen Singapore. Mt der Ferry zurück nach Mersing, kein Problem, hab aus versehen ein Kinderticket bekommen, war um 5 RM billiger, 30 statt 35. Dort bin ich auf dem Weg zum Busbahnhof erst mal zu einem Money-Changer gegangen, um etwas Singapore Geld zu haben. Busticket nach Johor Baru gekauft, beides wurde mir von Yee und Kojek angeraten, angeblich gibt es bei der Ankunft in Singapore nirgens einen Geldautomaten und bei dem direkten Bus wäre es irgendwie komplizierter, was weiss ich, was die damit gemeint haben, es war so schon kompliziert genug.

Ich habe festgestellt, dass der Bus dann nochmal bei der Jetty gehalten hat, den Weg zum Busbahnhof könnte man sich also sparen. Inzwischen ist es für mich ja nicht mehr so Schweiss treibend, aber trotzdem, jeder Schritt zuviel muss vermieden werden :-)

Mit dem Bus – noch ist es billig, nämlich 11.50 RM – bin ich dann eher gemächlich die 130 km von Mersing nach Johor Baru, kurz JB, geschaukelt und geschlingert, durch endlose Kautschuk und Palmöl-Plantagen. JB ist eine Großstadt, ich glaube, die 3. größte von Malaysia? Mal Googeln. Ist das ein Ding, einfach so im Internet zu sein! Ja, kommt ungefähr hin. 800.000 EW. Der Busbahnhof (Larkin Station) ist zumindest der gigantischste, den ich je gesehen habe. An die 100 Platforms, Mann oh Mann, da soll man sich dann zurechtfinden, ich hab ganz schön geflucht mit meinem Mords-Gepäck, das MUSS einfach weniger werden. Nach gefühlten 50 mal fragen hab ich endlich den richtigen Bus inklusive Fahrkartenschalter gefunden. Immer noch billig, 3.30 nach Singapore, über den Causeway, das ist die Brücke zur Insel rüber. Singapore ist nämlich eine Insel, was auch nicht so allgemein bekannt zu sein scheint, allerdings ist die Meerenge, die es vom Festland trennt nur ca. 1 km breit, und darüber führt der Causeway. Ich konnte leider kein Foto machen, aber der Stau war phänomenal anzusehen.

Vorher aber erst mal ein Busfahrer, der die Gepäckklappe nicht aufmachen wollte und mich den Koffer allein in den Bus wuchten liess, gottseidank hat mit jemand ein bisschen geholfen, und der erste Stopp, die Auswanderung aus Malaysia. Haha, von wegen Treppensteigen, entweder haben Kojek und Yee noch nie eine Rolltreppe gesehen, oder was weiss ich, was die da erzählen, das hätte mich jedenfalls auch schwer gewundert. Aufzüge gibt es auch. Also, no problem. Die Auswanderung natürlich auch nicht. Dann hat mich eine Dame vom Tourism-Ministery abgefangen, von wegen Interview mit Fragebogen.Das scheint eine Spezialität der Malaysier zu sein, hatten wir ja schon des öfteren. Nur bin ich eben keine typische Touristin, was mir immer viele ungläubige Blicke und ahs und ohs einbringt. Vielleicht sollte ich da demnächst auch mal das Mitspielen verweigern. Von wegen „no worry about your bus“, der war nämlich weg, als ich endlich auf der anderen Seite wieder raus kam. Der nächste liess erst mal auf sich warten, und ich musste wieder 100 Leute fragen, welche Platform. Endlich gings weiter. Es war übrigens fast 3 Uhr nachmittags inzwischen, was für die Stecke Tioman-Singapore (ca. 150 km) dann letzlich wieder auf eine Tagesreise rausläuft. Ich hab ja Zeit.

Der Checkpoint „Woodlands“ war dann die Einwanderung nach Singapore, ebenfalls problemlos (auch hier gibt es selbstverständlich eine Rolltreppe, liebe Yee), ich hatte auch nichts dabei (ausser einem Pfund Bananen, und die hätte ich sogar freiwillig hergegeben :-) also keinen Alk, keine Zigis usw. wollte ich damit sagen, denn man darf hier nichts davon einführen!) Und was soll ich sagen, der Bus war wieder weg! Warten wir halt auf den nächsten. Nur hatte ich inzwischen das Busticket verloren (glaubte ich zumindest) und als ich in den endlich eintrudelnden Bus einfach reingewunken wurde, dachte ich mir, ok., was solls, fahren wir schwarz, ich kann ja hier sowieso nicht anders her gekommen sein als mit dem Bus. Das Ticket hat sich später auch wieder gefunden, nicht in der Hosentasche, wo vermutet, sondern in der Laptoptasche. Langsam war ich ja auch etwas groggy.

Ja, und der erste Eindruck von Singapore war dann völlig anders als erwartet. Erst mal war alles nur genauso grün wie in Malaysia, über km gings auf der Autobahn dahin durch – den Wald. Woodlands, klar. Dann plötzlich Stadt, Hochhäuser, aber auch ein paar ältere Sachen, Kolonialstil, jedoch völlig anders als in Penang. Alles ordentlich, alles sauber geputzt, die Strassen viermal so breit, also kein Verkehrschaos. Ende der Busfahrt und Aussteigen. Man kann hier tatsächlich einfach zu Fuss rumlaufen ohne angefahren zu werden, das ist ungewöhnlich für so eine große Stadt. Nur, ich wusste nicht wohin. Absolut anders als gewohnt in Asien, haben sich keine Taxifahrer, Rikschahfahrer, Guides, oder sonstige Menschen auf mich gestürzt, um mich auf Teufel komm raus irgendwo hin zu bringen, sondern ich stand allein auf der Strasse und hab erst mal dumm geguckt. Hätte ich doch nur den Stadtplan aus dem Lonely Planet rausgerissen, den ich auf Tioman ausgeliehen und brav wieder zurück gegeben habe.

Aber ich hab dann ein Strassenschild gesehen, sprich „Arab Street“ und da sollte es eine Unterkunft geben, ich hatte drei verschiedene Empfehlungen von Leuten, die ich auf Tioman kennengelernt hatte. Eine davon sollte sich hier befinden. Ich hab mich und meinen Koffer also diese Strasse entlang geschleppt, aber weit und breit war kein Guesthouse zu sehen, dafür haben sich aber fette schwarze Regenwolken zusammengebraut. Wunderbar. Ich hab immer mal wieder jemanden gefragt, aber keiner wusste was konkretes, angeblich gibt es in dieser Strasse überhaupt keine Unterkunft. Na Bravo!

Eine nette Frau mit Handy hat sich dann die Mühe gemacht, für mich im Internet nachzugucken und ist fündig geworden. Das Ding heisst tatsächlich „Feel at Home“ aber befindet sich nicht in der Arab Street. Es hatte inzwischen auch noch angefangen zu regnen, das fehlte mir grad noch. Mein Koffer ist nicht wasserdicht. Nach einigem Hin-und Her hat der besitzer gesagt, er holt mich ab. Sehr schön, es war dann auch nicht weit, ne Nebenstrasse praktisch, Pinang Road, das klang schon mal sehr „heimatlich“, und der Typ war sehr nett. Dann der nächste Schock: es gbt keine Zimmer, nur Dormbetten. Langsam war ich echt frustriert und wäre am liebsten gleich wieder zurückgefahren… Aber es kam ja dann anders.

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Ein Kommentar zu „Singapore!

  1. Hallo Angi,

    einige Der Exkollegen bei Deinem ehemaliger Arbeitgeber haben sich schon ernsthaft Sorgen um Dich gemacht. So lange nix geschrieben, das hat uns Bilder von Mord und Totschlag oder Unfall in die Phantasie getrieben. Das alles verbunden mit dem gefühl „werden wir wohl nie erfahren“ war unschön. Umso schöner, dass Du wohlauf bist und wieder schreibst.

    Alles Gute noch für die weitere Reise

    Peter

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