Ini dan Itu – Dies und Das

Gestern abend habe ich noch einen Rundgang gemacht, um Geld abzuheben und meine Wäsche abzuholen. Unterwegs bin ich in einem Maxis-Shop gewesen, das ist ebenfalls ein Internet-Anbieter, aber deren Stick ist wirklich extrem teuer, 180 RM und dann monatlich 48 Gebühren, das ist ja wie bei uns!

Bei der Maybank ist mir erst einmal der Schweiß ausgebrochen, bzw. noch mehr Schweiß als sonst schon, denn der Geld-Automat wollte ums Verrecken nichts rausrücken. Es war ja das erste mal, dass ich etwas aus dem ATM holen wollte, denn ich hatte soviele Ringgit mitgebracht, dass es für die ersten 10 Tage locker gereicht hat. Tja, ganz egal, was für Tasten ich gedrückt hatte – und ich weiss, es muss „Withdrawel“ und „Current“ sein – es kam immer wieder die gleiche Meldung: „Maaf, blablabla“ (in Malai natürlich, Fehlermeldungen kommen immer in kryptischer Sprache), so ungefähr: „Wir bedauern, ihr Anliegen konnte nicht bearbeitet werden“. Ich hab’s mit 1000 RM versucht, dann mit 500, nichts! Na klasse! Haben die mir gleich das Konto gesperrt, nicht nur den Online-Zugang?

Aber nachdem ich ja nicht so schnell aufgebe, bin ich zum nächsten Kasten und hab es noch einmal versucht. Und, oh Wunder, es kam gleich beim ersten Mal das Geld heraus. Schwitz! Das ist schon mal das Wichtigste überhaupt, dass ich nicht ohne Geld da stehe.  Also, nur die Ruhe, irgendwie gehts schon.

Hab dann meine Wäsche abgeholt und war plötzlich sehr belustigt darüber, meine Unterhosen in einer durchsichtigen Plastiktüte die Hauptstrasse entlang zu tragen. Ein Kilo Wäsche waschen und Bügeln lassen kostet ca. 1 Euro. Die dünnen Blusen usw. wasche ich selber unter der Dusche mit, aber Unterhosen, Socken, Jeans und T-Shirts usw. bringe ich in die Wäscherei. Wobei man letztere drei hier nicht braucht, das waren noch Klamotten aus dem Flieger. Die werde ich erst wieder brauchen, wenn ich in die Highlands fahre.

Zuhause hab ich erst nochmal geduscht und mich dann draußen hingesetzt – Fehler! Dave (der „tasmanische Teufel“) kam an, war aber schon wieder ziemlich blau und hat zuerst mit Emma alles mögliche durchgehechelt, sie ist dann gegangen und dann kam er natürlich zu mir rüber und der Sermon ging weiter. Im Prinzip läuft es darauf hinaus, dass alle anderen Leute Arschlöcher sind, nur er nicht, bzw. er ist der einzige, der weiss, wo’s langgeht. Na klar! Kommt mir irgendwie bekant vor.

Dann hat er den Typen gesehen, mit dem er letztens gestritten hat (der ist übrigens garnicht verkehrt!), ist ihm hinterher und ich dachte schon: Oh Gott, was kommt jetzt wieder? Er kam dann nach einigen Minuten wieder zurück, mit Ian, und sie sind beide weg, haben mich gefragt, ob ich mitgehe, aber diesmal hab ich dankend verzichtet. So langsam weiss ich ungefähr, welche Leute hier was machen und wer in Ordnung ist und wer nicht. Das Beste ist sowieso, wenn man sich möglichst aus allem raushält. „Don’t get involved“.

Es ist nur nicht so ganz einfach, denn hier leben wir ja zusammen wie eine Großfamilie. Es wird zusammen gefrühstückt, in der Lounge herumgelungert, auf der Terasse gequatscht usw. Wenn man da nicht achtgibt, ist man schnell verwickelt in irgendwelche Sachen, die einem eigentlich garnichts angehen. Und hier kennt natürlich jeder Expat jeden anderen, das ist wie zu Kolonialzeiten… Ich werde mich in Zukunft jedenfalls etwas fern halten von Dave, vor allem wenn er getrunken hat.

Ich habe dann noch angefangen, mir den Film „Avatar“ anzusehen, aber es war schon so spät und mir ist fast schwindlig geworden von all den utopischen Szenen. Also dann doch ins Bett. Gut geschlafen, ohne Moskitos diesmal. Ich hab die Vorhänge mit „Anti-Pest-Spray“ eingenebelt.

Ich hatte letztens vergessen zu erzählen, dass die Straße „desinfiziert“ wurde. Die „Offiziellen“ sind mit Riesendingern rumgelaufen, wie überdimensionale Kliestiere, und haben DDT oder was auch immer in die ganzen offenen Abflußkanäle gesprüht. Ob das hilft? Es sind wohl in letzter Zeit ein paar Fälle von Dengue-Fieber aufgetreten. Da wir (und auch alle anderen) aber auch innerhalb des Anwesens offenen Abflüsse haben, wird das wohl nur ein Tropfen auf den heissen Stein gewesen sein.

Beim Frühstück habe ich mich mit „Penang Dave“ unterhalten, und er hat den selben Eindruck wie ich vom anderen Dave. Er lebt ja auch schon länger hier und hat so einiges mitbekommen. Zum Beispiel, warum der auch den Schweden, den ich so nett fand, und der leider schon abgereist ist, so runtergemacht hat. Er hat sich mal wieder daneben benommen, und der Schwede hat gesagt, wenn er nicht sofort aufhört, haut er ihm eine aufs Maul ;-)

Heute war der Himmel zum ersten mal fast wolkenlos und die Sonne hat runtergeknallt, dass einem Mittags fast schwummerig wurde beim Rumlaufen. Ich bin in „Little India“ rumgestromert und habe diese Gewürz-Mühle gesucht, von der mir Dana erzählt hatte. Keiner wusste irgendwas davon. Ich dachte, warte, ich krieg dich schon noch. Endlich bin ich auf eine ganz neue Karte der Sehenswürdigkeiten gestossen, und da war die Adresse. Aber erst mal Pause!

Im (oder Eem) hat angekündigt, sie würde uns eine einheimische Nachspeise kochen und die gab es dann auch. Suppe aus Süsskartoffeln und irgendeinem Glibber (Sago?), hat aber hervorragend geschmeckt. Ist halt schwierig zu beschreiben, man muss es einfach probieren, wie alles hier. Hab eigentlich noch nie etwas richtig ekelhaftes erwischt ;-)

Die Runde von links nach rechts: Katja aus Finnland, Dave aus Malaysia, Jenny, unsere Gastgeberin (Frankreich), Dragan aus Serbien und unser schlafloser und leicht durchgeknallter Italiener.

Abends hab ich dann noch eine Runde gedreht, bin zu der Gewürz-Mühle gegangen und durfte eintreten und zugucken. Wow, allein der Geruch. Es wurde gerade Ingwer gemalen und der Besitzer der Manufaktur (Inder) hat mich an allem möglichen schnuppern lassen. Ich habe ihn gefragt, ob alle Gewürze aus Malaysia kämen, und erhat gemeint, nein, von überall, auch aus Indonesien, aus Thailand, aus Ceylon… Ich finde das so spannend! Dann hab ich mich noch mit seiner Frau unterhalten, hab ihr erzählt, ich hätte zu Hause immer indisch gekocht und sie war ganz entzückt und hat gefragt, was genau ich alles kochen könnte usw. Ich hab aufgezählt, und sie war ganz begeistert! War sehr nett. Das ist immer so, wenn man hier mit Leuten ins Gespräch kommt.

Ich bin dann noch über die hiesige „Angerwiese“ und über die Esplanade spaziert, und das hat wieder gereicht für heute. Es gibt einfach ständig sooo viel zu sehen, obwohl ich schon so oft hier war!

Ansonsten: Mein Englisch wird von Tag zu Tag fliessender und ich fange schon an, auf englisch zu denken bzw. zu formulieren. Ich weiss nicht, ob das alle Leute machen: wenn man etwas Interesantes sieht, in Gedanken zu formulieren wie man das später erzählen wird. Vielleicht ist das aber auch eine Eigenart der schreibenden Zunft? Aufgefallen ist mir jedenfalls heute, dass ich sogar mit Dan englisch gesprochen habe, obwohl er Schweizer ist und wir eigentlich duetsch (das war ein Freudscher Verschreiber!) sprechen können.

P.S.

Ich habe gerade Yee (die Leute, Yee und Kojek, bei denen ich auf Tioman immer gewohnt habe) im Facebook im Chat, und sie meint, ich könnte immer noch nach Tioman kommen, es regnet so gut wie garnicht, das Restaurant (Mawar) ist durchgehend offen, und sie wäre mit Kojek auf Langkawi gewesen und da hätten sie für eine Hütte, adäquat denen, die sie selber vermieten 70, 80 RM gezahlt!

Und gerade hat mir unsere französische Gastgeberin hier im Guesthouse noch – einfach so – einen Cappuccino und einen Teller mit Keksen hingestellt. Also mal ernsthaft, kann mir irgendjemand einen einzigen Grund sagen, warum ich hier jemals wieder weggehen sollte? Hier ist das Paradies auf Erden!

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