Gockelkämpfe

Gestern abend gings rund, wie und wer das ganze Debakel angefangen hat, weiss ich garnicht so recht. Ich war grad fertig mit dem Blog, es war bereits 19:30, also hab ich die ureigene Happy Hour verpasst. Es hatte aber auch geregnet, um sieben. Bin schnell zur Inder-Spelunke um die Ecke marschiert und hab meine obligatorischen zwei Bierdosen geholt. Draußen auf der Veranda saß der Tasmanier Dave, ich hab mich zu ihm gesetzt und wir haben angefangen zu quatschen. Er war schon etwas angestochen, aber nicht störend, eher lustig. Das ging ne ganze Weile so, ist für mich immer hoch interessant, was die Leute treiben, die hier leben, und warum sie hier leben, und wo und wie usw.

Am anderen Tisch saßen „Glatze“ (ich weiss nicht wie er heisst, ist so ne typische Love-Parade-Raver-Glatze, irgendwie, war aber bisher sehr freundlich) und seine neue Yoga-Freundin. Dann kam noch ein Freund von Dave dazu, und woran sich das ganze genau entzündet hat, weiss ich, wie gesagt, nicht. Plötzlich sind sich Dave und Glatze verbal an die Gurgel gegangen, haben sich beschimpft, die Franzosen haben irgendwann eingegriffen und da Dave nicht hier wohnt und der andere ein Gast ist, haben sie Dave höflich gebeten, sich zu verabschieden, was den natürlich noch mehr in Rage gebracht hat, und ich sass da komplett zwischen zwei Stühlen sozusagen. 

Naja, geendet hats damit, dass wir zu dritt abgezogen sind, ich wäre mir ja echt blöd vorgekommen, wenn ich da dann allein gehockt wäre. Wir sind zu einem großen Foodstall gegangen und die beiden Männer haben sich die Bäuche vollgeschlagen. Ich hab das noch nie verstanden, wie man soviel auf einmal essen kann, und vor allem mitten in der Nacht. Jedenfalls hab ich noch ein Bier getrunken, und wir haben uns ganz gut amüsiert. Sie haben mich auch wieder heimbegleitet und ich hab verdammt gut geschlafen.

Letztendlich wars mir aber sehr unangenehm, denn ich will hier keinen Stress, mir gefällts hier so gut, ich find die Franzosen so nett und das letzte, was ich möchte jetzt, sind irgendwelche Komplikationen. Die Glatze hat sich heute bei allen (auch bei mir) entschuldigt, und mir wärs im Prinzip ganz recht, wenn sich Dave entweder heute garnicht blicken lassen, oder sich ebenfalls entschuldigen würde, so wie ich ihn einschätze ist das aber nicht so sein Ding. Jedenfalls werde ich mich aus allem raushalten und weiterhin zu jedem hier gleich freundlich sein, ohne Ausnahme. Punktum.

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3 Kommentare zu „Gockelkämpfe

  1. ich halte mich hier von ausländern so ziemlich fern. zurzeit hat hier ein australier mit einem schotten (der allerdings die meiste zeit seines lebens in California verbracht hat) krieg. kann den grund nicht verstehen. ich find es unverständlich, wie man in einem friedlichen land, unter palmen und blauem himmel lebt und dann noch streit sucht. unbegreiflich für mich.

    häufig werden hier auswanderer allerdings zu alkoholikern, wenn sie das nicht schon vorher waren. ich halte mich hier fern von jedwedem stress, trinke und rauche nicht, nehme keine drogen. als ich jetzt im sommer nach jahren wieder einmal in D war, da sagten alle ich würde mindestens zehn jahre jünger aussehen. hehe

    ich will hier mindestens 150 jahre alt werden, und wenn nicht 150, dann wenigstens jeden tag maximal geniessen.

  2. Danke für den Link! Ja, da laufen auch in Penang so manche „Wracks“ rum, die wahrscheinlich halb so alt sind, wie sie aussehen. Das sind meist die etwas älteren Knaben.

    Und das mit dem Hirn in der Hose kann ich nur bestätigen, es überrascht mich immer wieder, wie schnell das doch geht. Das sind die Jungen Hupfer. Da kommt ne neue Frau an und am gleichen Abend ist sie mit einem der Kerle im Bett.

    Was das Rauchen und Trinken angeht: Mir sind diese Typen absolut zuwider, die sich hier als die heiligsten Abstinenzler geben, ihre Yogaübungen für alle gut sichtbar durchführen, nichts als Grünzeug futtern usw.
    Die gucken dann völlig entsetzt auf die Leute, die abends auf der Veranda sitzen mit ner Zigarette und ner Dose Bier.
    Dieselben triffst du dann aber bei den berühmten Fullmoon, Halfmoon, Newmoon, No-Moon, Every-Moon Partys in Thailand wieder, wo sie alles einwerfen, was sie kriegen können und nicht wenige immer wieder vor dem Ersaufen gerettet werden müssen, weil sie beim „Raven“ im Wasser umkippen.

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