Cats and Dogs

Gestern abend sass ich wie üblich auf der Terasse, um mein erstes Bier einzunehmen, die erste Zigarette zu rauchen – pünklich um 19:00, bzw. zum Sonnenuntergang, bzw. wenn der Muezzin anfängt zu singen. Nicht im Sinne des Islam das, aber irgendwie gefällt mir die Idee. Der Gesang beschränkt sich hier auf ein relativ kurzes „Alluha akbar“ und auf ein relativ leises dazu. Wenn ich mir vorstelle, wie das damals in Medan war, die Lautsprecher in der Größenordnung Rockkonzert und die Länge des Gesangs – wie wir damals gewitzelt haben – so, dass man meinen konnte, er riefe die Millionen von Medanern einzeln und  jeweils beim Namen zur Moschee. „Allah ist groß, Mohammed ist sein Prophet, und du, Iskander, kommst sofort rüber und wäscht dir die Füsse…“

Apropo Moschee: Hier in Penang ist es ja mit das Faszinierende, dass dieses herrliche Multikulti so prima funktioniert. Es gibt hier eine Strasse, früher Pitt Street, heute Jalan Mesjid Dingsbums (also Moschee soundso-Strasse) und in dieser Strasse befinden sich nacheinader, jeweils nur durch einige andere Gebäude getrennt, eine christliche Kirche, ein chinesischer Tempel, ein indischer, und eben besagte Moschee. Das finde ich grandios! Die verschiedenen Religionen sind hier – im Wortsinne: Gott sei Dank – nicht wie Hund und Katz.
Hier liegt auch der Blumen-Opfer-Markt, oder wie immer man das nennen soll, auf dem ich gestern das Foto gemacht habe, alle Blumen echt, übrigens, nix Plastik!

Nun aber zum Thema: Es gibt hier unglaublich viele streunende Katzen, die sind tagsüber praktisch unsichtbar, aber abends kommen sie (buchstäblich) aus allen Löchern gekrochen. Auf dem Gehsteig gegenüber unserer Terasse findet jeden abend eine Cats-Convention statt, eine Versammlung der Love-Lane-Katzen. Ab und zu werden sie auch von einem mitleidigen Anwohner gefüttert, aber das ist nicht immer erwünscht, wie man auf dem unteren Foto sieht. „Do not fil the Cats!“ Das Schild ist echt klasse, mit Stinkefinger! Wobei ich mir sicher bin, dass die dort herumstreichenden Katzen gerne „gefüllt“ worden wären.

Ansonsten tun sie das, was alle Katzen überall auf der Welt tun: Sich putzen, sich rumräkeln, sich strecken, sich zusammen setzen und anglotzen, die Kater machen die Katzen an, und  ich kann da ewig zugucken, das ist auch eine Art von Meditaion. Und schlau sind sie auch, wenn sie die Strasse überqueren wollen, gucken sie vorher schön nach rechts und links, was bei diesem Verkehr auch ratsam ist.

Die Moslems lieben übrigens die Katzen, denn angeblich waren sie Mohammeds Lieblingstiere (der Kerl ist mir also wenigstens in einer Beziehung symphatisch) und alle getigerten Miezen haben diese 3 Streifen auf der Stirn, weil Mohammed sie dort gekrault hat. Das sind sozusagen die Spuren seiner Finger. Hunde sind unrein und verpönt.

Die Chinesen allerdings halten es umgekehrt, Hunde sind beliebt, manchmal haben sie sie direkt zum Fressen gern, aber eben auch als Wachhunde. Womit ich, wie die Tage angekündigt, zu den Schweinehunden komme.
Kleine Hunde, die aussehen wie Ferkel, werden in Käfigen gehalten, die nicht größer sind als ein Hasenstall, und es kann passieren, dass sie die ganze Nacht lang jaulen und heulen und kläffen, weil sie nicht rauskönnen, oder nach der Hundemama, oder wie auch immer. Das wird wohl so gehandhabt, dass sie von Anfang an an wissen, wo der Hammer hängt, wer der Herr ist. Oder etwa doch um sie zu mästen?  Arme Viecher. Aber nach einigen Nächten mit dieser Geräuschkulisse ist man durchaus selbst so weit, dass man die elenden Hunde in die Pfanne hauen möchte.

Ansonsten habe ich mich erstmals lange Zeit mit einem Inder unterhalten, die diesbezüglich eher zurückhaltend sind. Über Gott und die Welt und das Geschäft. Lesly hat meine Idee, hier evtl. mal deutsche Touris, die kein Englisch sprechen, rumzuführen, für durchaus realisierbar gehalten, hat gemeint, er kennt da jemanden, usw. und mir seine Karte gegeben. Ich sammle Karten, es ist immer gut, eine Telefonnummer zu haben!

Ausserdem ist hier ein reges Kommen und Gehen, das Haus ist groß, es hat 28 Zimmer! Ich werde doch noch ein bisschen bleiben, es ist für mich so ideal. Das Zimmer ist echt ok. und das ganze drum rum ist mehr als ok. Allein durch das Frühstück und das freie Wasser sowie Tee und Kaffee spare ich mir eine Menge Geld. Man muss bei dieser Hitze saufen wie ein Kamel und das läppert sich dann auch. Ich geh nur einmal am Tag zum essen, mehr brauche ich nicht. Dafür kann ich mir abends 2 Bierchen leisten.

Und Internet ist auch umsonst, wenn auch nicht jederzeit möglich. Es gibt hier einen DiGi-Stick, das entspricht praktisch einem Modem, den steckt man ein über USB und hat dann eine Verbindung. Da aber heutzutage fast jeder so eine Kiste mitschleppt, ist dieser Stick natürlich sehr gefragt, und ich schreibe immer erst mal meine Texte und sobald ich den Stick haben kann, lade ich die Sachen hoch.
So, und nun ist eigentlich schon wieder Zeit fürs Mittagessen.

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