Penang Food Fever

So langsam aber sicher hat es mich wieder, das „Penang Food Fever“, oder man könnte natürlich auch sagen, die pure Fresslust! Gestern war ich so spät dran mit Mittagessen, dass beim Line Clear (Penang Road, Ecke Chulia, übrigens) nicht mehr soviel los war, ich einen Platz bekommen habe, und mich mit der gerösteten Hühnerleber, die mir sehr schmeckt, und Reis und Sosse vollstopfen konnte. Pappsatt für unglaubliche 2 RM. Auch wenns in diesem Hinterhof zum Grausen aussieht und es bestimmt nicht jedermanns Sache ist, dort zu speisen. Aber ich weiss ja von früher, dass das Essen in Ordnung ist. Ausserdem könnte man ja auch alles, bis hin zum Tee, mitnehmen (bungkus, im Beutel verpackt).
Danach habe ich mich aufgemacht zum Komtar, bzw. zur Prangin Mall (Riesen-Einkaufs-Center), einfach nur mal gucken, was da jetzt so geboten ist. In der Hitze ist dieser horrende Verkehr besonders nervig, man muss ja zum Teil 10 Minuten warten, bis man mal die Strasse überqueren kann. Das artet immer mehr aus. Bin dann etwas erschöpft gewesen und hab mich nur mal im Giant-Supermarkt umgesehen, hab eine Flasche Mango-Sirup, die grad im Angebot war, mitgenommen. Da hier im Secret Garden heisses und auch eiskaltes Wasser jederzeit zur Verfügung steht, hab ich immer was Leckeres zu trinken, fast umsonst.
Auf dem Heimweg hab ich geschwitzt wie ein Schwein und dachte, ich krieg gleich einen Hitzschlag, da sehe ich plötzlich vor mir auf der Strasse den Trevor (alter Bekannter von hier, Kanadier) laufen. Unverwechselbar. Ich hab ihn aber nicht angerufen, weil mir das in dem Moment zu anstrengend gewesen wäre. Bin aber später ins 75 rüber, um zu sehen, ob er dort eingecheckt hatte.  Nö, da war er nicht. Nun gut, dachte ich mir, der läuft mir schon wieder über den Weg.

Abendessen entfiel, weil ich noch von meinem späten Lunch vollgefressen war. Ich hab mir in der indischen Kneipe um die Ecke zwei Dosen Kingfisher Bier geholt, das ist das beste Preis-Leistungsverhältnis für Bier, was man hier überhaupt bekommen kann, die 1/2 Liter Dose kostet 5 RM und das Bier ist etwas stärker als normal, während das berühmte Tiger Beer die 0,33 L Dose 6,50 kostet. Hab mich zum Sundowner auf die Terasse gesetzt, mir die erste Zigarette des Tages angesteckt, und Vögel, Katzen und Leute geguckt.  So kann man das für hier im Prinzip beibehalten. Spätes Frühstück, spätes Mittagessen, zwei Mahlzeiten am Tag reichen mir bei der Hitze, und abends in Ruhe ein, zwei Bierchen. Die Abende sind bekanntlich lang hier, weil sie früh anfangen, um 19:00 geht die Sonne unter.
Gestern muss schon wieder ein Kreuzfahrtschiff angekommen sein, denn es kam plötzlich eine Rikscha-Parade hier vorbeigeradelt, das waren bestimmt 20 Stück! Lustig, das Ganze, die indischen Fahrer haben mir grüßend zugenickt – es war übrigens eine Frau dabei, die erste weibliche Rikschafahrerin, die ich in meinem Leben gesehen habe! – die fetten  Chinesen und/oder Japaner die drin sassen, haben schön Winke-Winke gemacht. Ich musste mir echt einen abgrinsen. Dann hab ich mich ne Weile mit nem hiesigen Chinesen unterhalten, der hatte schon den ganzen Nachmittag hier in der Halle mit jemandem Schach gespielt. Es fanden sich insgesamt 4 Kumpels zusammen (einer aus Tasmanien!) die zusammen Essen gehen wollten, haben mich gleich eingeladen, mitzukommen, ich habe freundlich gedankt und abgelehnt, weil ich so satt wäre. Ist zwar sehr nett gemeint, aber ich fahre nicht mit 4 wildfremden Männern im Auto irgendwo hin. Hier um die Ecke wo hin zu gehen wäre was anderes.
Kaum waren die weg, kam der Trevor vorbei gelaufen und diesmal hab ich ihn natürlich gerufen. Er hat sich hingesetzt und in Anbetracht der Dinge gab es natürlich wahnsinnig viel zu labern. Er ist einen Tag später als ich hier eingetroffen, und hat die ersten beiden Tage praktisch auch durchgeschlafen. Und er wohnt auch nicht mehr im 75 weil ihm die Chinesen inzwischen zu blöd sind. Seit sie die 3 Häuser haben, sind sie ja nur noch Geld gierig und der Besitzer ist sowieso ein Arsch. Na, da sind wir uns ja alle einig. Chris (noch ein bekannter von hier, Engländer)  hatte das ja auch schon gesagt. Der kommt übrigens wohl noch später als gedacht, er hat wieder gesundheitliche Probleme, der Arme. Schade, ich wäre gern mit ihm zusammen nach Langkawi gegangen. Vor allem hätten wir zusammen Geburtstag feiern können.
Heute Nacht war es unglaublich schwül, ich bin um 12 nochmal Duschen gegangen, alles hat nur noch geklebt. Der alte Knabe von gegenüber konnte auch nicht schlafen, ist ständig wieder aufgestanden und raus, und wieder rein und wieder raus, nerv!  Dazu hat wieder so ein chinesischer Schweinehund die ganze Zeit gekläfft und gejault, ich sag später noch was dazu. Jedenfalls dachte ich mir heute morgen, ich bin eigentlich reif für die Insel. Selbstverständlich bin ich hier schon auf einer Insel, ich meine, ich bin reif für den Strand.
Beim Früstück sass ein deutsches Pärchen aus Würzburg, mit denen hab ich mich dann ewig unterhalten, die haben mir den Mund wässrig gemacht mit den Perhentian Islands. Das wäre natürlich auch noch ne Möglichkeit. Ich war noch nicht dort, es soll aber ähnlich traumhaft sein wie Tioman und mit dem Monsoon sei erst so ab November in größeren Ausmaßen zu rechnen. Das muss ich mir echt überlegen. Und ich muss Balast abwerfen, ich hab viel zu viele Klamotten dabei. Wenn ich einen Teil davon hier lassen könnte? Ich komme immer wieder hier durch und die „warmen“ Sachen wie Jeans und etliche T-Shirts,  bräuchte ich wirklich nur für die Cameron Highlands. Mal sehen.
Mittags war ich heute beim Jaya und habe diese köstlichen Shrimskis (Krabben) gegessen, die sind sowas von lecker! Wieder ne Mordsportion Reis und Sosse dazu, hat immerhin 4,50 RM, also über einen Euro gekostet ;-)
Ja,da muss ich auf jeden Fall durch, es muss noch ein Paper Dosai sein und im SAB ein Masala Dosai und ein Butter Panneer Masala und natürlich Sate auf dem Nachtmarkt und Laksa auf der Esplanade, es ist kein Wunder, dass die Malaysier auch immer fetter werden bei dem Essen!

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2 Kommentare zu „Penang Food Fever

  1. Hi Du im fernen Osten,

    wunderbar zu lesen, dass es Dir gut geht. Ich verfolge jeden Tag Deine Berichte.

    Wenn ich bedenke, wie Du hier noch drauf warst dann bist Du jetzt (fast) im Paradies.
    Ich habs schon mal ueber Deine mail-Adresse versucht, aber da kam keine Antwort.

    Liebe Gruesse von

    H. aus E. – also HausE
    (aehnlich wie Zuhause – oder so …)

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